Archiv der Kategorie: Wasser

Ein Freund im Wasser

Der See

Der See I

 

Schließlich habe ich ihn gesehen, meinen Freund. Seine Spuren hatte ich rundum den See entdeckt – schwer zu übersehen waren sie. Ein Wechsel führte zwischen Schilfhalmen und Gräsern aus dem Wasser an Land, ein ausgetrampelter Pfad zeugte von seinem Weg zu jungen Bäumchen, die er spitz zugenagt hatte. Wie kleine Pfähle, die auf eine mittelalterliche Folterprozedur warteten, ragten sie aus dem Boden.

Ich warte frühmorgens am Ufer des Sees. Der Nacht weicht zögerlich dem Nebel, aus dem Dunkel wird Dunst. Schwaden ziehen über den See; das Fernglas liegt in meiner Hand. Eine Lerche, die Tagverkünderin, wie sie Romeo bei Shakespeare bezeichnet, singt im Baum droben.

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Zur Nutria gehört ein Kayak

Mit der Nutria auf Tuchfühlung: Auf der Lahn erleben wir das das semiaquatische Tier völlig entspannt aus vielleicht zwei Metern Entfernung – ruhig sind wir mit unserem Kayak herangepaddelt. Die, wie sie manchmal auch genannt wird, Biberratte, sollte nicht mit der Bisamratte verwechselt werden, die übrigens keine Ratte ist, sondern zu den Wühlmäusen gehört, allerdings eine ziemlich große.

Die Bisamratte ist kleiner wie die Nutria, die wiederum kleiner wie der Biber. Um die Verwirrung komplett zu machen, wird die Nutria auch Sumpf- oder Schweifbiber genannt, ist aber keiner.

Schwimmer & Taucher

Klar also, dass die drei vorzüglichen Schwimmer & Taucher so manches gemeinsam haben und recht leicht verwechselt werden können – und doch deutliche Unterschiede aufweisen. Schwimmhäute versus Schwimmborsten, schlängelnde Schwänze versus Kelle – wie man die Tiere unterscheidet, mag in der Wikipedia oder einem Tierlexikon nachschlagen.

Eins sei aber verraten: Die Nutria mümmelt ihr Futter mit deutlich orangenen Vorderzähnen.

Mittendrin statt nur dabei

Und ein weiteres wird offensichtlich: Vom Land aus würden wir die Nutria beim geschickten Handhaben der Futterpflanze kaum wahrgenommen haben. Auch die beiden Nachwuchs-Nutrias nicht, die das Ufer ganz nah an der Wasserlinie entlang hoppelten.

Solcherlei sieht man nur vom Wasser aus, auf Augenhöhe quasi.  Diesen Blickwinkel ermöglicht ein Boot, vorzugsweise ein Kayak, wahlweise Kanu (Kanadier) oder Paddleboard (SUP).  Nicht umsonst ist das Motto dieses Blogs „Land – Wasser – Luft“ und unsere Vorstellung, in diesen Sphären zu reisen und zu leben.

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Wach in der Wildnis

seebeischlitz (2)

Reisen können in äußere Landschaften führen – und in innere. Eigentlich ist beides immer gleichzeitig der Fall. Im besten Fall kommen Touren in beide Regionen zusammen zustande. Doch das ist meist nur der Fall, wenn man sich der Wahrnehmung seiner inneren Landschaft bewusst widmet.

Der Wildnispädagoge spricht von „Wilderness Awareness“, dem bewussten Erleben von Natur und Sein in der Natur unter Einschaltung bzw. Aktivierung (für die meisten von uns gilt wohl: Re-Aktivierung) aller Sinne. Auch versucht man als Coyote Mentor bei seinen Schützlingen den Sinn fürs „outer tracking“ – die Spurensuche in der äußeren Landschaft – samt „inner tracking“, also der Spurensuche in der inneren Landschaft zu wecken.

Awareness und Mindfulness

Der Achtsamkeitslehrer kommt dem Wildnispädagogen an dieser Stelle entgegen, und spricht von einer Achtsamkeit, die zwar „awareness“ – also Bewusstheit – beinhaltet, aber mit dem englischen Begriff „mindfulness“ darüber hinaus geht: Achtsamkeit beinhaltet in diesem Kontext eine weitgehende Spurensuche im eigenen Inneren: Das Gewahrsein von Körperempfindungen als Ausdruck emotional-mentaler Regungen, von Geräuschen, von Gefühlsregungen und Gemütszuständen; etwa in Reaktion auf äußere Impulse.

Am vergangenen Wochenende hatte ich Gelegenheit, die eigene Praxis in dieser Hinsicht zu pflegen. An einem kleinen See nahe eines wenig bekannten Ortes im Vogelsberg parkte ich mein mobiles Heim auf vier Rädern am Rande des Ufers, umgeben von Feld und Flur, Wasser und Wald, um ein kurzes persönliches Retreat zu zelebrieren. Ganz unter dem Motto: Me, myself and I. Weiterlesen

Stellplatzprotokoll Alonaki, Griechenland

Nunmehr eine Bucht, eng eingefasst von Felsen, die den Namen “Traumstrand” auch verdient. Kaum Müll! Eine kleine Strandbar harrt fleißiger Hände, um sie für die Saison in Schuss zu bringen und in Betrieb zu setzen.

Oberhalb des Strandes, auf den Cliffs sind viele kleine Feuerstellen. Im Sommer ist hier bestimmt Party-Time.

Einer der schönsten Stellplätze auf dieser Reise. Ein Tipp von Nima von www.abenteuer-unterwegs.de.

Erde: Fels, Sandstein, Erde / Wasser: Meer / Pflanzen: Oleander, Büsche & Sträucher / Tiere: Hunde, freilaufend / Bäume: Schwarzkiefern (pinia negra), Eichen / Vögel: Elstern, Eichelhäher / Wind: ? Wetter/Regen/Wolken: sonnig, bewölkt / Sonne: 06:30 – 20.30 Uhr

Stellplatzprotokoll Sagiada, Griechenland

So was wie ein (kleines) Paradies. Mit Plastikmüll, wie nahezu überall an Griechenlands Gestade. Sandstrand, sanfte Wellen, Flachwasser. Eine Landzunge, über einen schmalen Damm zu erreichen.

Bis auf diesen Damm ringsherum Wasser. Meerwasser und Brackwasser. Auf der Karte stehen wir mitten im Überschwemmungsgebiet auf einem Sandfleck.

Das Wasser wird nicht höher steigen, aber es verschafft ein gutes Gefühl, dass der Grünimog 120 cm Wattiefe hat. Die hat sich schon bei Flut in St. Peter-Ording bewährt.

Erde: Sand, Schotter / Wasser: Meer / Pflanzen: irgendwelche salzwasserresistenten Büsche/ Tiere: Kühe, freilaufend. Streunende Hunde. Ein Fuchs / Bäume: keine / Vögel: Möwen / Wind: Leichte Brise aus N / Wetter/Regen/Wolken: sonnig, trocken, ein paar Cumulus, Niederschlag 0 mm, Luftfeuchtigkeit 62%, Luftdruck 1012 mbar / Sonne: 06:41-20.31 Uhr


Das Stellplatzprotokoll beschreibt Park- und Übernachtungsplätze und das Umfeld in knappen Worten – analog zum Sitzplatzprotokoll des Coyote Mentorings.

Wanderungen an Vikos & Voidomatis

Vikos-Schlucht vom Ochia-Punkt gesehen

Vom Ochia-Aussichtspunkt gesehen, einer Art mauerbefestigter Balkon mit angeschlossener reisebusfester Parkbucht, fällt die Vikos-Schlucht rund 900 Meter in die Tiefe… so senkrecht vor den Füßen und Augen, dass auch trittsicheren und schwindelfreien Menschen das Kribbeln die Beine in den Magen hochschießt.

Vom Ort Mononendri führt ein anfänglich unbequem gepflasterter Weg hinunter. Zu diesem Zeitpunkt möchte der Wanderer glauben, so ginge es weiter steil hinunter und am Schluchtgrund das Flüsschen gleichen Namens entlang weiter. Aber die etwa zehn Kilometer zwischen Mononendri und dem Ort Vikos haben es durchaus in sich.

Es gibt einige Passagen zu klettern, zu kraxeln, zu krabbeln, ebenso wie schmale, bröckelige, geröllige Stellen, während der Pfad sich vorwärts windend mal höher, mal tiefer, mal am Schluchtgrund verläuft. Fünf bis sieben Stunden sind dafür zu kalkulieren. Verlaufen kann man sich nur schwerlich dabei; schon gar nicht, wenn man eine Wanderkarte des gesamten Gebietes in einem der Touri-Tinnef-Läden in Mononendri erwirbt.

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