Archiv der Kategorie: Wasser

Von der Wüste ans und ins Wasser – Ausflug nach Kapstadt

Kontrastprogarmm zur Karoo-Wüstenei: Haie im Two Oceans Aquarium in Kapstadt

Wieder am Tollhuis vorbei: Mehr eine Art Hütte, vollgepfropft mit Schnaps- und Bierflaschen, Souvenirs, Kappen, Trödel, Krimskrams und-haste-nich‘-gesehen… Irgendwo hinten hinter einem Tresen, kaum mehr als zweischulterbreit, steht ein halbnackter Mann, braungebrannt, zum Kontrast ein weißer Vollbart die Brust herunter und begrüßt uns mit dröhnender Stimme.

Willkommen in der ehemaligen Zollstation am Verlatenkloof – die heute wohl als letzter Alkohol-Außenposten im Umkreis von dutzenden Kilometern gilt. Zumindest die zwei herein stolpernden Freaks mit Bärten, Ohrringen, Schlabberklamotten und Flipflops bestellen sich ungerührt einen Erfrischungsdrink, der aus einem Drittel Whisky und zwei Dritteln Cola besteht. Oder umgekehrt. Sie stellen sich als Monteure der umliegenden Windfarmen vor. Es ist 11 Uhr, vormittags.

Im Tollhuis: Was nicht „Tollhaus“, sondern Zollhaus bedeutet – in dem allerdings manch Tollitäten passieren.
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Wie Corona das & unser Reisen verändert hat

Ford Ranger mit improvisiertem „Beduinen-Zelt“: gemütlich = draußen.

Im Corona-Jahr 2020 sollte es im April nach Marokko gehen, im Mai nach Spanien; nach Nordafrika sogar als eine Art Guide für Selbstverteidigung für Reisende & Wildnispädagoge bei einer geführten Lkw-Tour von Eine Welt Reisen – entweder mit unserem Unimog oder unserem Ford Ranger (-> siehe Fortbewegungsmittel). Diese Reisegruppe hätte ich nach Querung des Erg Chegaga und des Lac Iriqi verlassen, hatte einen Abstecher nach Guelmim und vielleicht die Westsahara geplant.

Und von dort die Atlantikküste entlang nach Tanger, um ins spanische Algeciras zu übersetzen. Anschließend ein paar Tage im mir so vertrauten Sevilla, eine Übernachtung in Salamanca und dann eine Weile in Galicien bleiben. So der Plan, selbstverständlich wurde daraus nichts.

Stattdessen: Der Unimog zählt nicht mehr zu unserem Fahrzeugbestand, ist verkauft. Das ging überraschend schnell. Genauso so schnell, wie sich in einem halben Jahr Sars-Cov-2 in der Luft das (Fern-)Reisen geändert hat:

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Porto, mi amor…

Porto, die nordportugiesische Stadt, das sind nicht die Port-Wein-Kellereien; nicht die historische Tram; nicht die altehrwürdigen Kirchen & Kathedralen. Für mich ist das Susana Silva – eine eher unbekannte Strassenmusikerin.

Zum offiziellen Porto, dessen Altstadt ein Touristenmagnet ist, heißt es in der Wikipedia:

Porto [‚poɾtu] ist die zweitgrößte Stadt Portugals. Die Stadt, deren Name im Deutschen wörtlich Hafen heißt, liegt an der Atlantikküste am Nordufer des dort mündenden Douro. Sie hat 238.000 Einwohner und ist Hauptstadt des gleichnamigen Distriktes. Mit der gleichnamigen Metropolregion, in der 1,76 Millionen Menschen leben, bildet sie das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum Nordportugals.

Schon seit der Zeit der römischen Besatzung vor allem eine kommerzielle Hafenstadt, entwickelte sich Porto im Zeitalter der europäischen Expansion zu einer der bedeutendsten europäischen Handelsmetropolen. Das historische Zentrum gehört heute zum UNESCO-Weltkulturerbe. (…)

Porto ist namensgebend und bekannt für den Portwein, der aus seinem Anbaugebiet nach Porto transportiert, im angrenzenden Vila Nova de Gaia gelagert und von Porto in die Welt exportiert wird. 2001 war Porto Kulturhauptstadt Europas.

https://de.wikipedia.org/wiki/Porto

In Porto kann man die Weinkeller besuchen, kann man Portwein trinken, man kann sich alle alten Bauten ansehen und durch die Gassen und am Hafen entlang flanieren… oder eine Flussfahrt machen entlang der sechs Brücken über den Douro…

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An Südafrikas Nordseeküste

Nr. 5 am Arniston Seaside Cottage

An den Linksverkehr bei Rechtslenkung kann man sich schnell gewöhnen, tatsächlich fahren die meisten Menschen in Südafrikas Western Province fast schon hawaiianisch entspannt. Ein paar Offenbacher gibt’s immer und überall; und ich frage mich wiederholt, was die Marketing-Abteilung der Firma BMW wohl dabei empfindet, dass der bayerische Autobauer mit dem 3er ein Fahrzeug kreiert hat, dass überall auf der Welt rücksichtslose Vollgasdeppen anzieht. Wer von dieser Brut in Südafrika nicht so viel Geld besitzt, fährt – immer noch – lautstark Golf GTI.

Abgesehen davon findet sich in Südafrika das erstaunliche Phänomen, dass an Kreuzungen vier Stoppschilder stehen – und das nach Reihenfolge der Ankunft gefahren werden darf. Das funktioniert erstaunlich phänomenal reibungslos. Ebenso das yellow line driving – auf zweispurigen Straßen ist der Randstreifen mit einer gelben Linie abgegrenzt und darf befahren werden, wenn man schnellere Fahrzeuge überholen lassen will, ohne dass diese auf die Gegenfahrbahn ausweichen müssen. „Danke“ und „bitte sehr!“ werden dabei durch kurzes Antippen der Warnblinker bzw. der Lichthupe freundlich signalisiert. Aber, obacht!, auf dem Randstreifen steht schon mal ein Pkw oder Lkw oder kommen Fußgänger entgegen.

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Camping-Oase und Stausee-Kamele

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Keine Wüste ist eine ohne Oase. Nachdem wir nahe Assa aus dem Oued Draa entlassen wurden, gingen wir in dieser überraschend aufgeräumten und beinahe hübschen Stadt einkaufen, gaben dem Pferd zu trinken und sorgten dafür, dass seine Hufe neu beschlagen wurden…

… ein Milchkaffee im Straßencafé musste natürlich sein, und zum Abschied winkten uns die beiden Polizisten der Gendarmerie Royale, denen wir kurz erklärt hatten, welchen Weg wir genommen hatten, freundlich zu und riefen: „Ihr seid ja jetzt Marokkaner…“

(Also eigentlich haben an einer Tankstelle den Unimog getankt, den Wassertank aufgefüllt und den Luftdruck auf den Reifen wieder erhöht (dabei bekamen wir das wahrscheinlich weltbeste Couscous angeboten – nämlich eines, das nicht aus einem Restaurant stammte, sondern von Tankwart und Wäscher selbst fabriziert worden war und in der Waschhalle in der Ecke gefuttert wurde… es war natürlich Fleisch drin, also haben wir dankend und bedauernd abgelehnt.)

Vor dem Marjane-Markt stehen einige weiße Wohnmobile überwiegend französischer Herkunft, deren Besatzung ihre Kaufkraft in den Konsumtempel tragen. Und es stehen ein paar marokkanische Buben da, die zielsicher auch uns ansteuern und schnorren. Da haben ein paar Jungs der Umgebung gemerkt, dass man an diesem Ort recht erfolgreich die Hand aufhalten kann. Freilich – die Security des Marktes weiß auch dies, und es dauert nicht lange, da erteilt ein gestrenger Mitarbeiter Platzverweise.

Keine Wüste ist eine ohne Oase – wir finden unsere wenige Kilometer weiter, geradezu zufällig. Ein paar Kilometer außerhalb, ein paar Dörfer weiter, ein paar enge Straßen weiter, unter ein paar eng stehenden Palmen hindurch, an Lehmmauern vorbei. Ein Schild weist zum Camping Ainnakhla, und die Wahl dieses Ortes wird sich als Glücksgriff erweisen – oder eben: Im Universum gibt es keine Zufälle.

Besitzer Salah hat jahrelang in Deutschland gelebt, ist ein immer gut aufgelegter Mann, der einen wunderschönen Campingplatz samt Nebentrakten, Nomadenzelt in der Palmen-Oase Tighmert leitet und die nun wirklich allerbeste Gemüse-Tajine der Welt zum Abendessen in einem ebenso wunderschönen Esszimmer serviert.

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Der Weg in die Westsahara

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Oliver beim Sling-Training

Farah ist gen Süden aufgebrochen (siehe Beitrag “Farah auf dem Fahrrad”), die Ladies und wir besteigen ein Fischerboot. Es geht raus auf die Lagune, um den Flamingos und Reihern näher zu kommen. Zähe Verhandlungen um den Preis sind voraus gegangen, dann legen wir ab und schaukeln in der Brandung den Vögeln entgegen.

Dem Naturschauspiel folgt ein Ruhetag – mit Aufräumen. Wenn man nicht fährt oder besichtigt, so hat sich gezeigt, ist selten Ruhe fürs Nichtstun. Das Fahrzeug will gecheckt und gewartet sein, wenn es kommenden Herausforderungen im Wüstensand gewachsen sein soll. Dies umso mehr, als Autobahn- oder überhaupt lange Asphaltstrecken eine Quälerei für seinen Motor und seine Achsen sind, nicht aber das Gelände.

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Unimog an Lagune

Aber auch andere Ausrüstungsgegenstände, Klamotten und Inventar bedürfen der Pflege und Reinigung, ebenso der Innenraum des Wohnkoffers. Fotos zu sichten und zu bearbeiten, braucht Zeit; einen Bericht zu verfassen, ebenso. Während einer Tour komme ich kaum zum Lesen.

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