Archiv der Kategorie: Wasser

Paradies Richtersveld

Köcherbaum im Richtersveld

Ein Ort namens Sendelingsdrif ist das Tor zum Richtersveld Nationalpark; auch gibt es dort einen Grenzübergang ins benachbarte Namibia – eine kleine Fähre setzt dazu über den Orange River/Oranje/Gariep. Der Nationalpark schmiegt sich quasi in einen Bogen des westwärts bei Alexander Bay in den Atlantik fließenden Stromes; und so liegen auch die meisten Campsites dort.

Auf dem Weg dahin passiert man einen Ort namens Steinkopf und später am Meer das seewindzerzauste Städtchen Port Nolloth, bei dem früher mal nach Diamanten getaucht wurde. Heutzutage ist etwas lebendiger als Hondeklipbaai; an diesen Küstenorten fühlt es sich so an, als sei die Zeit stehen geblieben und die Anwohner darin erstarrt. Nicht, dass sie altertümliche Kleidung tragen würden – nur, was soll in diesen Orten passieren und was nur aus einem werden? Das Meer rauscht, und das Leben plätschert vor sich hin.

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Galicien: Nebel und Nässe

Sonnenstrahlen hinter Nebelschicht

Das spanische Galicien, nicht zu verwechseln mit dem in Polen, ist zu meiner zweiten Heimat geworden. Das war keine Liebe auf den ersten Blick, sondern zu Beginn dem Umstand geschuldet, dass meine Mutter samt ihrem – spanischen – Lebensgefährten dort seit 30 Jahren wohnt.

Deutsche Menschen neigen dazu, die sonnigen Mittelmeer-Küsten Spaniens mit viel Sonne und warmem Meer anzustreben – ob nun Costa Brava, Costa del Sol oder andere. Ferienhäuser finden sich meist in Katalonien, Andalusien oder Mallorca. Wer will seinen Urlaub schon im Regennassen verbringen? Ist es Zufall, dass nicht wenige galicische Musikanten schwermütige Lieder über Regen (etwa: Luar na Lubre: Chove in Santiago) oder das feuchte Element (etwa: Luar na Lubre: Fonte do Araño) in ihrem regionalen Idiom Galego im Repertoire haben?

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Mikro-Abenteuer II: Hamburg & St. Peter-Ording

Größere Gelände-Reisemobile (wie ein Unimog) gelten manchen als „Landyachten“; und tatsächlich liegt der Vergleich mit einem Boot nahe. Tatsächlich hege ich eine nicht so geheime Liebe zu Booten, aber ebenso tatsächlich traue ich mir Hochsee-Navigation – und die daraus resultierende Verantwortung – nicht zu. Bei einer Landyacht kann man zudem bei Schlechtwetter allermeistens rechts ranfahren und warten, bis es vorbei ist. Nicht so bei Sturm auf hoher See.

So habe ich es zu einem relativ leicht zu erwerbenden Sportboot-Binnenschein gebracht – aber schon vom Küstenschifferschein Abstand genommen. Aber eine gewisse Begeisterung fürs Wasser und Wasser-Fahrzeuge ist eben da… Mit der „Sea Cloud“ von Malta nach Sizilien, mit der „Bavaria“ rund um Mallorca, mit der „G-Expedition“ in die Antarktis: Das Kayak haben wir zwar verkauft, aber die Standup-Paddlingboards (SUP) nutzen wir – zuletzt in der Uckermark – weiter. Und mit dem Openwater-Swimming geht’s auch wieder los, wenn Pandemie und Außentemperaturen es zulassen.

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Von der Wüste ans und ins Wasser – Ausflug nach Kapstadt

Kontrastprogarmm zur Karoo-Wüstenei: Haie im Two Oceans Aquarium in Kapstadt

Wieder am Tollhuis vorbei: Mehr eine Art Hütte, vollgepfropft mit Schnaps- und Bierflaschen, Souvenirs, Kappen, Trödel, Krimskrams und-haste-nich‘-gesehen… Irgendwo hinten hinter einem Tresen, kaum mehr als zweischulterbreit, steht ein halbnackter Mann, braungebrannt, zum Kontrast ein weißer Vollbart die Brust herunter und begrüßt uns mit dröhnender Stimme.

Willkommen in der ehemaligen Zollstation am Verlatenkloof – die heute wohl als letzter Alkohol-Außenposten im Umkreis von dutzenden Kilometern gilt. Zumindest die zwei herein stolpernden Freaks mit Bärten, Ohrringen, Schlabberklamotten und Flipflops bestellen sich ungerührt einen Erfrischungsdrink, der aus einem Drittel Whisky und zwei Dritteln Cola besteht. Oder umgekehrt. Sie stellen sich als Monteure der umliegenden Windfarmen vor. Es ist 11 Uhr, vormittags.

Im Tollhuis: Was nicht „Tollhaus“, sondern Zollhaus bedeutet – in dem allerdings manch Tollitäten passieren.
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Wie Corona das & unser Reisen verändert hat

Ford Ranger mit improvisiertem „Beduinen-Zelt“: gemütlich = draußen.

Im Corona-Jahr 2020 sollte es im April nach Marokko gehen, im Mai nach Spanien; nach Nordafrika sogar als eine Art Guide für Selbstverteidigung für Reisende & Wildnispädagoge bei einer geführten Lkw-Tour von Eine Welt Reisen – entweder mit unserem Unimog oder unserem Ford Ranger (-> siehe Fortbewegungsmittel). Diese Reisegruppe hätte ich nach Querung des Erg Chegaga und des Lac Iriqi verlassen, hatte einen Abstecher nach Guelmim und vielleicht die Westsahara geplant.

Und von dort die Atlantikküste entlang nach Tanger, um ins spanische Algeciras zu übersetzen. Anschließend ein paar Tage im mir so vertrauten Sevilla, eine Übernachtung in Salamanca und dann eine Weile in Galicien bleiben. So der Plan, selbstverständlich wurde daraus nichts.

Stattdessen: Der Unimog zählt nicht mehr zu unserem Fahrzeugbestand, ist verkauft. Das ging überraschend schnell. Genauso so schnell, wie sich in einem halben Jahr Sars-Cov-2 in der Luft das (Fern-)Reisen geändert hat:

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Porto, mi amor…

Porto, die nordportugiesische Stadt, das sind nicht die Port-Wein-Kellereien; nicht die historische Tram; nicht die altehrwürdigen Kirchen & Kathedralen. Für mich ist das Susana Silva – eine eher unbekannte Strassenmusikerin.

Zum offiziellen Porto, dessen Altstadt ein Touristenmagnet ist, heißt es in der Wikipedia:

Porto [‚poɾtu] ist die zweitgrößte Stadt Portugals. Die Stadt, deren Name im Deutschen wörtlich Hafen heißt, liegt an der Atlantikküste am Nordufer des dort mündenden Douro. Sie hat 238.000 Einwohner und ist Hauptstadt des gleichnamigen Distriktes. Mit der gleichnamigen Metropolregion, in der 1,76 Millionen Menschen leben, bildet sie das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum Nordportugals.

Schon seit der Zeit der römischen Besatzung vor allem eine kommerzielle Hafenstadt, entwickelte sich Porto im Zeitalter der europäischen Expansion zu einer der bedeutendsten europäischen Handelsmetropolen. Das historische Zentrum gehört heute zum UNESCO-Weltkulturerbe. (…)

Porto ist namensgebend und bekannt für den Portwein, der aus seinem Anbaugebiet nach Porto transportiert, im angrenzenden Vila Nova de Gaia gelagert und von Porto in die Welt exportiert wird. 2001 war Porto Kulturhauptstadt Europas.

https://de.wikipedia.org/wiki/Porto

In Porto kann man die Weinkeller besuchen, kann man Portwein trinken, man kann sich alle alten Bauten ansehen und durch die Gassen und am Hafen entlang flanieren… oder eine Flussfahrt machen entlang der sechs Brücken über den Douro…

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