Namibia III/XIII: Walvis Bay & Swakopmund

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Wegen des Krankheitsfalles zuhause haben wir das Vorhaben, von Rooiklip nach Mirabib bzw. Homeb zu fahren und dort zu übernachten, aufgegeben. Unter den gegebenen Umständen ist es besser, die Nähe von Mobilfunk- und/oder WiFi-Verbindung zu suchen. Und dererlei findet man in Walvis Bay, wo wir in einem „Overnighter“-Zimmer der Lagoon Chalets & Camping Quartier beziehen.

Das war ein Fehler. Wir dachten, dass eine innerstädtische Campsites, eng von Mauern umrandet, nicht sonderlich attraktiv sein könne. Aber sie wäre ruhiger gewesen, als die „Overnighter“-Zimmerflucht, in der ein reges Kommen & Gehen herrscht und vor allem die jungen Damen die Türen knallen und einen lautstarke Gespräche durch die dünnen Wände miterleben lassen. Immer wieder irritierend, wie wenig Menschen berücksichtigen, dass es auch noch andere als sie selbst gibt…

Walvis Bay sollte man gesehen haben, wenn man eine Namibia-Reise unternimmt; aber einmal reicht. Wir laufen abends zum uns schon bekannten Restaurant „The Raft“, das nordsee-like auf Stelzen im Lagunenwasser steht. In der Bar ist schon Rummel (Rugby im TV), im Essens-Saal nur wenige Leute. Zu begeistern weiß die – schwarze -Kellnerin mit ihrem direkten Humor und dem dicken Busen, an den sie Biti jovial drückt. Ob sie wirklich so lustig drauf ist oder ob die Masche in puncto ebenso üppigem Trinkgeld zieht? Wer weiß das schon.

Wir hatten zu lachen, das zählt. Kommt man aus Südafrika, dann genießt man solche Momente in Namibia, in den Schwarz und Weiß offenbar unverkrampft miteinander umgehen.

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Auf dem Rückweg pfeift ein kalter Meereswind an der Lagune, die Flamingos und Pelikane schlafen irgendwo anders. Die Villen sind überwiegend dunkel; nur die Alarmanlagen blinken. Immerhin, auch hier: kaum festungsähnliche Mauern oder Zäune, keine Elektrodrähte. Die Besitzer scheinen sich sicher zu fühlen. (In Südafrika werde ich später ähnliches in Kleinmond erleben.)

Swakopmund liegt ohnehin auf unserem Weg; außerdem wollen wir dort nach einem Reiniger für den Airflow Sensor des Landy-Turbos suchen. Wir benutzen einen so genannten Nanocom als Diagnose-, aber auch als Gerät zur laufenden Motor-Überwachung, und der zeigt keinen Wert für den Airflow Sensor, der – kurz gesagt – eine Rolle bei der Motorsteuerung spielt.

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Läge ein Defekt vor, wäre die Motorsteuerung in den den Notlauf übergegangen – da das aber nicht der Fall ist und Nr. 5 problemlos fährt, muss wohl der Sensor ein Problem haben; und die einfachste Einschätzung ist erst einmal, dass der Sensor verdreckt ist.

Nun braucht der aber einen speziellen Reiniger, mit Bremsenreiniger oder WD-40 ist es nicht getan. Den sollen wir angeblich irgendwo in Swakopmund bekommen, also geht es dahin weiter. Zwischendurch Picknick-Stopp in Langstrand, wo Jugendliche nach einer kleinen Strandparty zu geschwächt waren, ihren Müll in die nebenan bereit gestellten Tonnen zu werfen. Aber die ältere Frau, die entlang gejoggt kommt, hat noch genug Power, um das nachzuholen. Immer wieder ärgerlich, wenn die Wirklichkeit mit der Klischeebildung im Einklang steht.

Die beständige Lageänderung

Auch ein Ausflug in die Outskirts von Swakopmund und in die Hinterhöfe von eher obskuren Werkstätten (und wir kennen mittlerweile einige zwischen Marokko bis Südafrika) bringen uns aber dem Spezialreiniger nicht näher. „Harry’s Repair“ kennt das nicht mal; den zahnlosen Deutschsprecher namens Henry verstehe ich kaum. Was man dann macht? Weiterfahren natürlich, ein richtiges Problem liegt ja nicht vor. Ob es „noch nicht“ heißen müsste, wird man sehen. Man kann sich jetzt verrückt machen oder eben später.

Warum ich das alles aufschreibe? Weil es typisch für selbst-organisierte Selbst-Fahrer-Touren ist. Außer um die eigentlichen Reise-Ziele gibt es immer (wieder) etwas, um das man sich kümmern muss. Plan-Änderungen, Um-Organisieren – „das einzig Beständige ist die Lageänderung“, sagt man bei der Bundeswehr. Und wer damit nicht klarkommt, für den gilt: Don’t stand in the kitchen, if you can’t stand the heat.

P.S.: Swakopmund? Muss man auch einmal gesehen haben. Wenigstens die Jetty. Aber einmal reicht. Es gibt viele Touristen dort, vor allem aus Deutschland stammende, die sich womöglich an den vielen deutschen Bezeichnungen von Orten, Geschäften, Läden, Hotels etc. mehr oder weniger nostalgisch erfreuen. Vielleicht wird auch mal zwischendurch das Südwester-Lied zum Besten gegeben. Derartig postkoloniale Nostalgie nimmt die örtliche Hotellerie und Gastronomie mehr als gelassen hin – die Kasse klingelt ja im Takt mit.

Wir waren auch dort, um eine namibische SIM-Karte zu erwerben. Mit meiner südafrikanischen muss ich ja Roaming-Gebühren zahlen. Nur: Schon in Walvis Bay fanden wir den örtlichen MTC-Shop geschlossen vor, weil das System „down“ war. Später war der Laden übervoll. Und in Swakopmund das gleiche: proppenvoll. Danach: Schnauze voll. Und prompt der Standardspruch: That’s Africa!