Archiv der Kategorie: Alltag unterwegs

Plastik-Recycling, Zucker-Hack & die Pistenkuh

See und Sand

See und Sand

Der Wüsten-Ort Tah ist in Sichtweite, doch bevor wir auf unserer nunmehr recht klaren Piste die in Nord-Süd-Richtung verlaufende Teerstraße erreichen, kreuzt noch eine Kamelherde unseren Weg. Die Tiere sind allein unterwegs.

In Tah selbst kaufen wir Trinkwasser in – leider (geht nicht anders ) – Plastikflaschen. Unser ältliches Fahrzeug verfügt nicht über eine dieser modernen Wasserdesinfektionsanlagen, und auch wenn wir noch nie Hygiene-Probleme hatten, so sollte man doch vorsichtig mit dem angeblichen Trinkwasser sein, das einem an Camping- oder Stellplätzen angeboten wird. Wir kochen also das Wasser aus dem großen Tank ab – meistens in Form von Kaffee oder Tee – oder greifen zu Trinkwasser in PET-Flaschen.

Plastikflaschen-Recycling sinnvoller Art

Angesichts der aktuellen Diskussion um Mikroplastik in den Weltmeeren ein Sakrileg – und dennoch wiederum nicht, den in Marokkos ärmlichen Gegenden sind diese Plastikflaschen durchaus begehrt im Sinne eines sinnvollen Recyclings: Die Leute brauchen sie als Behälter für Öle jeder Art (ob für Mensch oder Maschine), Sprit (ob Diesel oder Benzin), für Oliven, für-was-auch-immer oder basteln Einfüllstutzen und anderes daraus. Weiterlesen

Alltag unterwegs: Campingplatz

campingplatz ioanninaVor knapp 40 Jahren zog ein junger Vater mit seinen drei Söhnen im Kindesalter und einem 16-jährigen Jungen, Sohn eines befreundeten Nachbarn, los: Den VW 1600 Variant bis unter die Oberkante zusätzlich gepackt mit Zelt, Schlafsäcken, Luftmatratzen, Kocher, Gepäck, Lebensmitteln.

Ich war der Halbwüchsige, und zelten auf urwüchsigen Campingplätzen war die große Freiheit und das große Abenteuer. Heutzutage sind Campingplätze ADAC-prämiiert, verfügen über Hotel-Standard und sind dicht gedrängt mit hochpreisigen weißen Wohnmobilen befüllt – die TV-Satellitenschüssel darf nicht fehlen.

Infrastruktur des Campingplatzes

Das freie Stehen bzw. wilde Campen, steht nunmehr für Abenteuer und Freiheit. Am besten an schwer zugänglichen Plätzen, die die Weißwomo-Invasion nicht zu erreichen vermag. Und dennoch ist auf den Campingplatz nicht zu verzichten.

Dass der Preis für die Übernachtung auf dem Campingplatz (oder alternativ auf einem Stellplatz) entrichtet wird, hat vor allem mit dessen Ver- und Entsorgungseinrichtungen zu tun: Frischwasservorräte auffüllen. Grauwasser ablassen. Bordtoilette entleeren. Den Wohnraum mal gründlich von Sand, Staub und Schmutz reinigen. Wäsche richtig waschen. Ausgiebig duschen.

Campingplatz als Ausgangsbasis

All das geht unterwegs irgendwo irgendwie auch. Aber ein Campingplatzstopp – bei sechs Wochen on tour haben wir zweimal für je eine Übernachtung auf einem Campingplatz gestanden – lässt all das in einem Rutsch erledigen. Ab und zu muss das sein.

Nachdem wir in Ioannina schon eine Nacht am See wild gecampt haben, zieht es uns aus einem weiteren Grund nunmehr auf den Campingplatz dieser Stadt mit einer 112.000 Einwohnern und einer Universität: Der Grünimog hat ein Brems- oder Kupplungsproblem – und das Campingplatzpersonal kann bestimmt etwas über Mercedes-Mechaniker bzw. Lkw-Werkstätten in der Umgebung sagen.

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Zeitraubender Reise-Alltag

leonidiocamping

Grünimog auf Campingplatz in Leonidio

Das Tropfen des Getriebeöls aus der Manschette am Schubrohr des Grünimogs erweist sich morgens als vernachlässigbare Größe. Es bereitet dennoch Sorgen, indes: Die Mückenplage während der Nacht war ernster zu nehmen. Nach einer weiteren Nacht mit kaum Schlaf kommt ein Mittel der Wildnispädagogik zum Einsatz.

Räuchern. Das so genannte smudging ist ein Ritual des Reinigens von bösen Geistern und dem Staub der Landstraße – und wir haben es auf dieser Tour bislang sträflich vernachlässigt. Vielleicht ist das der Grund für die Natur-Attacke?

Salbei & Beifuss vs. Moskitos

Salbei und Beifuß dienten schon bei indianischen Völkern dem (Aus-)Räuchern, und so entzünden wir die Kräuter in einer handtellergroßen Muschel, die zu diesem Zweck im Outdoor-Rucksack lagert. Die Schale mit dem glimmenden Kraut und den Rauchschwaden wird über Kopf und Körper, dann in alle Ecken und Winkel, Schubladen und Schapps des Wohnkoffers geführt.

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