Mikroabenteuer V: Edersee + Niddastausee + Gedern

Das ultimative Sommer-Sonne-SUP-Vehicle: VW T5 Camping-Bus

Als Stehpaddler war man vor rund einem Dutzend Jahren eine Rarität, besonders auf dem Main. Da konnte es passieren, dass man von dem Fotografen einer lokalen Zeitung entdeckt und abgelichtet wurde, und sich am nächsten Tag im örtlichen Blättchen wiederfand. Wir hatten kurz zuvor das Standup-Paddling, kurz SUP, bei einer Hawai’i-Reise kennen- und schätzengelernt, und nach Rückkehr prompt zwei Touring-Boards erworben.

Mittlerweile ist Standup-Paddling weit verbreitet und wird an allen kleineren und größeren Flüssen und Seen hierzulande, in Europa und sonst wo praktiziert. Selbst in einem beliebigen Low-Budget-Baumarkt kann man Low-Budget-SUPs neben Kinder-Planschbecken stehen sehen und erwerben. Surf-Schulen haben SUP-Kurse mit ins Angebot genommen; wahrscheinlich sind letztere besser frequentiert. Auch muss man nicht unbedingt ein eigenes Board besitzen; wo ein Kajak- oder Kanu-Verleih angesiedelt ist, kann man meist auch SUPs mieten.

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Mikro-Abenteuer IV: Bodensee – Penisautos & Roboziegen

Roboziegen beim Auftanken

Eine frühe Erkenntnis: Spontaneität ist großartig, Planung nicht unerheblich. Zumindest, wenn es in Richtung touristisch relevanter Binnen-Ziele geht, ist es von Vorteil, lokale und regionale Frei-Zeiten zu kennen. Sonst steht man vor voll gestellten Camping- und Wohnmobil-Stellplätzen.

Die Coronavirus-Pandemie lässt grüßen. Eine ihrer Folgen war und ist der Womo-Boom, der zumindest in den leicht erreichbaren und populären Zielregionen die vom passionierten Vanlifer gefürchtete Weißwaren-Welle tsunami-artig anschwellen und heranschwappen lässt. Camping ist ja so schön abenteuerlich, individuell, frei, familien-freundlich und hygieneregel-kompatibel. Dachten und denken viele, unterfüttert durch entsprechende Werbeversprechen.

Das hätten wir im April schon entlang der deutschen Ostseeküste zwischen den Inseln Poel und Usedom merken können. Eines wurde schnell klar: Wild & frei campen ist in Deutschlands reglementierter Welt kaum möglich. Wenn, dann in the hinterland, aber gewiss nicht dort, wo alle hinwollen. Keine Handbreit Küste in Sicht. Und wenn es selbst ein Film wie „Nomadland“ nicht schafft, die Illusionen übers „freie“ Leben auf dem roadtrip auszuräumen, sondern widersinnigerweise gar noch befördert…

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Reste-Rampe am Straßenrand

Land Rover Santana am Straßenrand

Ein Landy am Straßenrand in Spanien kommt nicht immer aus Großbritannien – es kann sich um einen Lizenznachbau handeln, einen so genannten Land Rover Santana. Die Firma Santana Motor, S.A. fing 1961 an, vom Agrarmaschinen- zum Geländefahrzeugbau zu wechseln, indem sie in Einzelteilen komplett angelieferte Land Rover-Modelle zusammenbaute und unter dem Namen „Land Rover Santana“ verkaufte – an die vielen spanischen (begeisterten!) Bauern, aber auch an die Guardia Civil. ([-> Santana Motor)].

Um 1990 fand das ein Ende, und so kann man davon ausgehen, dass Exemplare wie das im vorstehenden Bild einige Jährchen und einige Kilometer auf dem Buckel haben. Wie einer meiner besten Freunde, Kfz-Meister seines Zeichens, zu sagen pflegt: Das ökologischste Auto ist das, was weiter gefahren wird. Gemessen an Stückzahlen und vor dem Hintergrund, dass angeblich 70 Prozent aller jemals gebauten Land Rover irgendwo in den Weiten dieser Welt immer noch fahren, ist der Landy trotz seines Rufs als Dieselstinker eines der nachhaltigsten Autos der Welt.

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Die Poort & Jamaka: Leise & Laut

Morgenkaffee auf „Die Poort“, Cederberg Mountains

Eigentlich hat Manus, der Besitzer von „Die Poort“, gar keine Lust auf Camper. Vielleicht ist deswegen weit und breit nichts von ihm – oder sonst jemandem – zu sehen, als wir uns die durch Felsen gewundene Zufahrt zu seinem Gelände entlang geschlängelt haben. Wir müssen schon an Cottages und Haufen an leeren Plastikflaschen und sonstigen eventuell wieder- und weiterverwertbaren Gegenständen vorbei den Weg zum abseits liegenden Haupthaus finden.

Dort kommt uns ein kleiner Hund entgegen, schließlich Manus, selbst weit gereist nicht nur im südlichen Afrika. Als er sieht, dass wir keine jugendliche Partytruppe im Schlepptau haben, entspannt er sich und wird zugänglicher: Tatsächlich – um sein weitläufiges Gelände zwischen imposanten Cederberg-Felsformationen Urlaubern und Reisenden eine finanziell lohnende Unterkunft anbieten zu dürfen, hat die Gemeindeverwaltung es zur Auflage gemacht, dass er auch eine Campsite einrichten muss.

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Augrabies & Verneukpan: Wasser & Weite

Und dann schaut man weithin ins… Nichts. Ein sandfarbener Strich rundherum. Einmal um die eigene Längsachse gedreht, immer die gleiche Ansicht. Blauer Himmel bis zum Horizont, ab Blickmitte nach unten etwas khaki-ockerhaftes bis vor die eigenen Füße…

Willkommen in Verneukpan. Das Afrikaans-Wort „verneuk“ bedeutet so etwas wie „schummeln“ oder „täuschen“ und spielt auf die Mirage-artigen Luftspiegelungen in der 50 Kilometer langen und elf Kilometer breiten Salzpfanne an: Ein trocken gefallener See in der – relativen – Nähe des heutigen Brandvlei.

Racetrack & Speedfreaks

Verneukpan ist brettflach und diente früher und noch viel früher Geschwindigkeitsenthusiasten als Rennstrecke; Sir Malcolm Campbell versuchte sich dort in den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts am Weltrekord für Landfahrtzeuge mit seinem Blue Bird. Aber auch andere tobten sich – und hauchten manchmal ihr Leben – dort aus. Ein kleines Monument zeugt davon.

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Der längste und abgelegenste Trail Südafrikas

Einstieg in den Namaqua Trail von Westen.

Der familienfreundliche Teil vom insgesamt etwa 600 Kilometer langen Namaqua 4×4 Eco Trail soll’s sein. Es gibt auch einen anspruchsvollen, aber den haben wir quasi hinter uns. Nicht direkt, denn die Kokerboomkloof-Campsite verlassen wir nach einer Fahrt quer durch den Richtersveld Nationalpark über den Helskloof („Höllenschlucht“) Pass, der bei dessen Abstieg einige herzklopfende Passagen in sich hat. Auch muss die Beifahrerin mal raus und als die souveräne Einweiserin, als die man sie kennt, dienen.

Ein paar mal stottert sich der Landy im niedrigen Gang in der Gelände-Untersetzung das bröckelige Geröll des schmalen Schotterpfads hinunter, und auch wenn Fahrzeug & Besatzung diese Herausforderung letztlich routiniert bewältigen, so sind wir doch froh, als wir durch das Helskloof Gate aus dem eigentlichen Park raus sind.

Strom-Minimalismus bei Offroad-Reisen

Eine Übernachtung auf der öden Campsite von Sendelingsdrif schließt sich an, die wir einlegen, um Versorger-Batterie, Akkus und Powerbanks am 220V-Landstrom vollzuladen. Nach einer Woche im Feld wird es Zeit dafür. „Nr. 5“ verfügt nur über die (Licht-)Maschine, um Strom zu erzeugen; kein Solarmodul ziert sein Aufstelldach und ein mobiles Solarpanel samt -Akku haben wir noch nicht erworben.

Wir sind auch nicht sicher, ob wir dererlei wirklich erwerben wollen. Letztlich ist die Stellschraube nicht das Ranschaffen von Elektrizität, sondern die Ansprüche. Wir sind mittlerweile gut darin geworden, unseren Stromverbrauch für digitale Kleingeräte inklusive der Kameras so zu minimieren, dass wir mit zwei leistungsstarken Powerbanks unterwegs gut auskommen.

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