Wie man im Klima-Kollaps blüht statt glüht – Teil II

Wer die Zeichen der Zeit nicht erkannt hat – in Hessen wird es rund um 2050 ein Klima wie jetzt in Dubai (siehe Stefan Rahmstorf https://www.pik-potsdam.de/~stefan/ ) geben – der kann erwarten, dass der bissige Kommentar eines Autoren der linken Tageszeitung taz zur Zukunft für Kinder und Kindeskinder wahr wird: Sollen sie brennen, die Bälger!

Wer jetzt sinnvoll „preppt“, kann leider auch erwarten, dass diejenigen, die das nicht tun, die den Klimawandel für abwegig halten oder lieber den Kopf in den Sand stecken und glauben, ihr 400-PS-E-SUV sei ja ökologisch genug, irgendwann vor der Tür stehen und flehentlich um Hilfe bitten…

Stichwort: bunkerlose Nachbarn (legendäres Lied der Hessen-Rockband Flatsch: https://lyricstranslate.com/de/flatsch-heile-heile-lyrics.html oder https://www.youtube.com/watch?v=9c-cOpylVZg).

… und dann an christliche Nächstenliebe oder buddhistisches Wohlwollen oder eben das Sozial-Kooperative im Gentle Prepping appellieren… Das wird dann wie nach dem Zweiten Weltkrieg, als die Städter mit dem letzten Hemd aufs Land zu den Bauern gepilgert sind, um noch einen Sack Kartoffeln zu ergattern.

Auf Reisen erlebt man viele Dinge direkt, über die man sonst nur etwas in den Nachrichtenmedien sieht/hört/liest. Die Rezeption bleibt bei letzterem Zugang zwangsläufig distanziert, die Reaktion auch. Unmittelbar konfrontiert sieht vieles anders aus, und das führt manchmal dazu, das bigger picture wahrzunehmen. Vor diesem Hintergrund hier der zweite von fünf Teilen einer kleinen Serie zu blooming statt dooming.

Rückschlüsse aus dem Reise-Leben

Aus den Erfahrungen des mobilen Lebens im Reisemobil ergeben sich direkt Rückschlüsse auf den Umgang mit den Ressourcen Zuhause – was dort gut funktioniert, kann hier nicht falsch sein: Kein Alkohol, kaum Süßigkeiten, kein Fleisch, wenig Fisch => viel Strom (bzw die Notwendigkeit zur Strom-Erzeugung zwecks Kühlung), viel Geld & viel Co2 gespart. Das geht prima Hand in Hand.

Wenn man mit einem Reisemobil mit beschränktem Raum in fernen Gegenden unterwegs ist, ist man fast prototypisch als Gentle Prepper unterwegs. Wobei es dabei gewiss nicht um Wohnmobil-Luxus-Liner geht, mit denen gut Betuchte den heimischen Wohnkomfort durch die Pampa kutschieren (alte Weisheit: Ein Reisemobil ist zum Reisen, ein Wohnmobil zum Wohnen).

Minimalistischer Reise-Stil

Ich kann mich entsinnen, dass bei einer Südafrika-Tour der Kühlschrank meines Fahrzeuges in der Karoo kollabierte. Da erweist sich schon mal als Vorteil, wenn man auf Fleisch & Fisch verzichten kann – wenn Gemüse & Co. nicht gekühlt werden, sieht es vielleicht unschön aus, aber lässt sich immer noch genießen. Ich bin dann mit Kaffee & Zitronenwasser, Porridge & Nuss-Müsli & Obst, Nüssen & Trockenfrüchten, Misosuppe & Erdnussbutter, Nudeln mit Tomatensoße & Dosen-Bohnen noch drei Wochen lang die Tour zu Ende gefahren.

Kulinarisch kein Highlight, aber wer in Südafrika kulinarisch unterwegs ist, hangelt sich ohnehin von Weinfarm zu Weinfarm oder Garden Route-Lodge zu Garden Route-Lodge. Der pflegt keinen simplizistischen Reise-Stil und kommt ohne Strom keinen Meter weit. (Mehr zur Minimalismus-Ernährung: https://www.bechmann.org/amphibium/roninkravmaga/pflanzenbasiertes-intervallfasten/ & https://www.bechmann.org/amphibium/krieger-pflanzenfresser/.)

Fortsetzung folgt...