Always be ready for the next five minutes

Schafskadaver im Baum
Tierkadaver in einem Baum

Während der Pandemie-Jahre von 2020 bis 2022 stellte ich fest, dass ich mehr Resilienz aus meiner Krav Maga-Erfahrung schöpfen konnte denn aus dem Achtsamkeitskontext. Im MBSR-Verband gab (und gibt es) Zoom-Sitzungen (etwa den so genannten „Achtsamkeits-Salon“), in denen vor allem die eigenen Sorgen und Ängste verhandelt wurden. Das ist gewiss legitim und sinnvoll. Doch mir ging es dabei zu viel um Selbst-Fürsorge, das Umarmen des eigenen inneren ängstlichen Kindes u.ä. – und zwar in einer sehr defensiven Weise (mein ruppiges inneres Selbst nennt diese „weinerlich“). Die Vitalität, das Selbst-Vertrauen, der offensive (Über-)Lebenswillen des Krav Maga-Trainings war dort nicht zu spüren.

Natürlich habe ich Achtsamkeits-Inhalte in der Hoch-Zeit der Coronavirus-Pandemie bewusst wie unbewusst praktiziert: ruhig atmen, durch-atmen, sich auf den gegenwärtigen Moment konzentrieren. Die Situation so anzuerkennen und zu nehmen, wie sie ist. Im Achtsamkeitskontext gerinnt dies aber zu oft in eine passive Haltung. Wenn es im Krav Maga auf-den-Moment-bezogen heißt: „Always be ready for the next five minutes„, dann gesellt sich „always be ready to pick up a fight in seven seconds“ dazu – und auch wenn das Wort „fight“ eine gewalttätige Situation impliziert, so ließe es sich doch auf alle möglichen Zustände übertragen.

Weiterlesen

Cabrio-Tour VII: Baiona & Reboredo & Ribadavia

Ab Toledo flitzen an uns La Mancha, Extremadura und Kastilien & León vorbei… In Portugal, eigentlich schon vorher, beginnen die grauen Granitbuckel und grünen Baumberge. Beinahe langweilig, wenn man aus dem roten Sand rund um Almeria, Tabernas, Baza und Toledo kommt.

In Porto angekommen beziehen wir Quartier in einem kleinen Hostal mit Gemeinschaftsküche direkt gegenüber dem Industriehafen. Tags darauf tauschen wir den zwangsweise gemieteten Fiat gegen den mittlerweile reparierten MG, trinken Kaffee am Praia de Titan in Matosinhos und setzen die Reise an die galicische Atlantikküste fort.

Weiterlesen

Cabrio-Tour Spanien VI: Toledo

Die mittelalterliche Altstadt von Toledo ist ein Touristenmagnet; die engen Gassen sind gut gefüllt, gerne mit in um den Platz konkurrierenden Gruppen samt fähnchenschwenkenden Guides. Aber wenigstens einmal muss ein Caramel Macchiato in einem Starbucks sein – das ist einfach Tradition.

Eigentlich wollten wir Toledo gar nicht besuchen, aber wir wollten einen Stopover zwischen der Südküste und der Nordwestküste einlegen anstelle die Distanz durchzufahren. Grundsätzlich war ja ein Element der Tour, sich treiben zu lassen: Mal schauen, wo es einen hin verschlägt…

Weiterlesen

Cabrio-Tour Spanien V: Tabernas & Baza

In der Desierto de Tabernas – eine der wenigen echten Halbwüsten Europas – besuchen wir den namensgebenden Ort samt dessen auf einem Hügel liegenden verfallen(d)en maurischen Kastell.

Auf dem Weg von Roquetas de Mar kommen wir wieder an Plastikplanen vorbei; später dann zur Desierto de Tabernas, die wir vor zehn Jahren mit dem kleinen Landy als Offroad-Frischlinge besucht haben. Tabernas liegt in öder Halbwüstengegend; drumherum vor allem Trockensavanne, Shrub: Pflanzengestrüpp auf verkarsteten Bergen und Hügeln. Nicht so unähnlich: manche Teile Südafrikas oder des Negev. Spätere Steinbrüche zwischen Tabernas und Baza bestätigen diesen Eindruck.

Weiterlesen

Cabrio-Tour Spanien IV: Nerja & Aguadulce

Wassermangel und Plastikplanen: Der Aushang an der Stranddusche belehrt darüber, sie nur zum Abduschen zu nutzen – und nicht zum Reinigen von Sport- und Spielgeräten. Spielt im Moment aber keine Rolle: Das Wasser ist gänzlich abgedreht.

Auf der Höhe von Motril erhebt sich an Land das „mare plastico“ : Kilometer um Kilometer ziehen sich die Plastikplanen der Gewächshäuser von Europas Gemüsegarten – bis nach Almeria, rund zwei Stunden Fahrt auf der kleinen Landstraße, in denen nahezu ununterbrochen verstaubte, windzerzauste Plastikplanen links und rechts sich zum Meeresufer runter- bzw. die Hänge hochziehen. Etwa 80 Kilometer lang, vielleicht sogar mehr.

Weiterlesen

Cabrio-Tour Spanien III: Estepona & Marbella

Einige Kilometer die Mittelmeerküste hoch präsentiert sich Estepona hübsch und farbenfroh attraktiv für Touristen und dennoch – im September zumindest – recht ruhig und zurückhaltend. In der Nebensaison also erträglich. In den Wohnseitgassen hinter der Uferpromenade sogar weitgehend ohne Touristen. Herausgeputzt, aber fast natürlich; es scheinen hier tatsächlich einfach Menschen zu wohnen.

Aber windig heute. Und das Wasser ist bei 21 Grad… da sind kaum Leute im Meer. Abends essen wir auf einer Plaza mit Springbrunnen und einer lauten Männer-Gesellschaft aus Briten und Amis am Nebentisch. Und einem – spanischen – Ober aus Kassel, der fließend und akzentfrei deutsch spricht. Der meint, dass er nur seinem Bruder (oder Cousin?) in dessen Geschäft aushilft.

Weiterlesen