Archiv der Kategorie: Roadstory

An der Steinbrücke von Kipoi

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Grünimog vor Steinbrücke

Es geht aufwärts. Durch die albanisch-griechische gebirgige Grenzregion haben wir nach der Panne in Albanien (hier klicken…) die Stadt Ioannina (hier klicken…)erreicht – dort gibt es Speditionen, Feuerwehr- und Militärstützpunkte, und damit aller Wahrscheinlichkeit nach jemanden, der am Unimog schrauben kann.

Wir prüfen erst mal die Befindlichkeit unseres Fahrzeuges; kommen zu dem Schluss, dass wir keine Sorgen zu haben brauchen, wenn wir nur den Hinterradantrieb nutzen. Schweres Gelände steht in Griechenland aber nicht an, also werden wir kaum den Antrieb auf der Vorderachse zuschalten müssen.

Besuch in der Unterwelt

Den Acheron haben wir ohne Besuch des Hades hinter uns gelassen, in der Unterwelt waren wir dennoch: Wir verbringen eine Nacht am See von Ioannina und besichtigen am Morgen die von unserem Standplatz fußläufig zu erreichende Perama-Höhle mit all ihren riesigen Gewölben und zahllosen Stalagmiten und Stalaktiten. Eine knappe Dreiviertelstunde spult der Guide routiniert sein Programm ab. Fotografieren verboten, deswegen keine Bilder.

Dann wenden wir die Schnauze des Unimogs in Richtung Vikosschlucht und steuern erst einmal die Ortschaft Kipoi an. Zahllose mächtige Steinbrücken säumen den Weg, und an einer solchen beziehen wir Quartier für die nächsten drei Nächte. Direkt am Fluss unterhalb des Dorfes steht unser Reisemobil; selten haben wir so romantisch gestanden – von der Asphaltstraße hinab auf einem Schotterweg… dafür reicht dem Unimog der Hinterradantrieb.

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Abbruch in Albanien

MG-Bunker am Strand

MG-Bunker am Strand

Der Ausflug nach Albanien währt nur kurz. In einem kleinen Bergdorf mit engen Kurven bei steilem Anstieg muss ich den Unimog hin und her manövrieren. Als ich ihn am Ortsausgang parke, ist deutlich ein pfeifendes und blubberndes Geräusch am linken Vorderradgelege zu hören.

Achsöl läuft den Reifen runter. Zumindest solange der Allrad-Antrieb eingeschaltet ist. Dabei verlieren wir Druckluft. Wir kommen der Sache nach eingehender Begutachtung nicht wirklich näher – und beschließen, in Richtung Griechenland umzudrehen. Angetrieben nur mit der Hinterachse, was auf normalen Wegen kein Problem ist, auch wenn sie in schlechtem Zustand sind.

Pannen-Problem in Albanien

Aber: In Albanien spricht kaum jemand englisch. In Griechenland sprechen viele Menschen ein gutes Englisch und häufig ein noch besseres Deutsch. In Griechenland sieht man viele MAN- und Mercedes-Lkws, fährt an Militär- und Feuerwehrstützpunkten vorbei, auf dessen Höfen Unimogs zu sehen sind.

Eine Panne in Griechenland, so stetig unsere Einschätzung, dürfte dort einigermaßen gut in den Griff zu kriegen sein. In Albanien kann man auf solcherlei nicht unbedingt spekulieren. Ich mache Fortschritte als Selfmade-Kfz-Mechanikerslehrling; aber für größere Probleme reicht das nicht.

Albanien, generell, ist als Offroad-Paradies in Europa bekannt – aber für kleine Fahrzeuge wie Land Rover und Toyota. Für die Gelände-Lkws weisen zu viele spektakuläre Strecken Schwierigkeiten hinsichtlich Durchfahrts-Breite oder -Höhe auf. So hat beispielsweise die in der Fernreisen-Szene relativ bekannte Pistenkuh ihr Standard-Fahrzeug, einen Steyr-Truck, bei ihrer Albanien-Tour zuhause gelassen und extra für kleines Geld einen Hyundai Galloper erstanden.

Eigentlich wollten wir erkunden, wie weit und wohin wir mit dem Unimog kommen. In den Pyrenäen hatten wir schon einige atemberaubende Engstellen gemeistert bzw. hatten Vertrauen in die Fahrkünste des Lenkers und das Zusammenspiel zwischen Fahrer und Einweiserin sowie die Manövrierfähigkeit des Unimogs bei sehr begrenzten Platzverhältnissen gewonnen.

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Der Frosch auf dem Totenkopf

Salamanca! Eine Stadt mit einer besonderen Bedeutung – sie verfügt über eine bekannte Universität, und diese war relativ früh relativ fortschrittlich:

Sie wurde im Jahr 1218 gegründet. Schon im 16. Jahrhundert, als hier in der sogenannten Schule von Salamanca der Grundstein für die neuzeitliche humanistische Naturrechtslehre gelegt wurde, zählte sie 8000 Studenten. Die Universidad de Salamanca wurde zu einer der wichtigsten Bildungsstätten Europas. Unter den bekanntesten Dozenten befinden sich Fray Luis de León und Miguel de Unamuno. Lope de Vega, Calderón de la Barca und Miguel de Cervantes holten sich in Salamanca das geistige Rüstzeug für ihre dichterische Arbeit.

So lautet es im Wikipedia-Eintrag zu der kastilischen Stadt. Mein Quasi-Stiefvater, Lebensgefährte meiner Mutter, nachdem mein Vater im Alter von 45 Jahren gestorben war, gebürtiger Spanier und früher Mentor, hatte mir von dieser Universität bei einer Campingtour durch Spanien (bei der ich 16 Jahre alt war) erzählt: als einem Ort der Geistesschulung und des freien, offenen Denkens. Mein Weg zur Geisteswissenschaft begann in jenem Moment.

Nachstehend Bilder der Kathedrale (Klick aufs Bild für große Version):

Eine Universität, die von Tradition trieft. El Gran Teatro del Mundo (Das große Welttheater) von Calderon de la Barca las ich später in deutscher Übersetzung – gelbes Reclam-Büchlein; Ältere erinnern sich. Die üblichen Versatzstücke des Don Quijote von Cervantes kenne ich selbstverständlich. Die ganze Geschichte des scheinbar verrückten Mannes aus der Mancha war immer ein Reiz – vor allem im Original.

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