Archiv des Autors: Oliver

Über Oliver

Krav Maga Instructor seit 2003. Mindfulness Meditation Teacher seit 2013. Diplom-Sozialpädagoge, Wildnispädagoge. Japanologe.

Mikro-Abenteuer II: Hamburg & St. Peter-Ording

Größere Gelände-Reisemobile (wie ein Unimog) gelten manchen als „Landyachten“; und tatsächlich liegt der Vergleich mit einem Boot nahe. Tatsächlich hege ich eine nicht so geheime Liebe zu Booten, aber ebenso tatsächlich traue ich mir Hochsee-Navigation – und die daraus resultierende Verantwortung – nicht zu. Bei einer Landyacht kann man zudem bei Schlechtwetter allermeistens rechts ranfahren und warten, bis es vorbei ist. Nicht so bei Sturm auf hoher See.

So habe ich es zu einem relativ leicht zu erwerbenden Sportboot-Binnenschein gebracht – aber schon vom Küstenschifferschein Abstand genommen. Aber eine gewisse Begeisterung fürs Wasser und Wasser-Fahrzeuge ist eben da… Mit der „Sea Cloud“ von Malta nach Sizilien, mit der „Bavaria“ rund um Mallorca, mit der „G-Expedition“ in die Antarktis: Das Kayak haben wir zwar verkauft, aber die Standup-Paddlingboards (SUP) nutzen wir – zuletzt in der Uckermark – weiter. Und mit dem Openwater-Swimming geht’s auch wieder los, wenn Pandemie und Außentemperaturen es zulassen.

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Mikro-Abenteuer I: Uckermark

Wenn man Offroad-Reisen im südlichen und nördlichen Afrika unternommen hat – oder auch in Island, in den Pyrenäen und in der nordgriechisch-albanischen Grenzregion, dann erscheint einem Deutschland als wenig herausfordernd, wenn man mit einem Geländefahrzeug unterwegs ist. Natürlich gibt es Offroad-Parks in meist ehemaligen Tagebaugebieten – aber die sind halt entweder fürs pure Training oder falls man Lust hat, sein 4×4-Auto (und seine Fahrkenntnisse) einem echten Stress-Test zu unterziehen.

Aber ich habe Offroad-Fahren nie als Hobby für sich selbst angesehen, sondern als Mittel zum Zweck – die Fähigkeit zu besitzen, in Gebiete fernab vorzustoßen und dort unterwegs zu sein. Also zum reisen; d.h. Land & Leute zu erfahren. Und nicht, um willentlich sein Auto zu verbuddeln oder aufs Dach zu legen – wie wir es einmal in Andalusien erlebt haben.

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Bonnievale & Bontebok: Holstein & Schwarzwald

Ratschläge südafrikanischer Bekannter verweisen häufig auf eine Zone im Süden des Landes. Auf Landkarten, zumal in Relief- oder Satellitendarstellung, sieht diese überwiegend grün aus. Wunderschön da, heißt es dann meist, und nicht umsonst ist die Garden Route unter Einheimischen wie Touristen so beliebt. Aber schon zuvor durchfährt man – etwa von Oudtshoorn in der semi-ariden Klein Karoo kommend – sehr viel bergiges und bewaldetes Grün. Und auch die Kühe sind schwarz-weiß gefleckt. Man wähnt sich in Holstein.

Für die südafrikanischen Bekannten ist es schwer vorstellbar, dass zumindest die Wüsten- im Gegensatz zu den Weißweinsüchtigen ins Khaki- oder Ockerfarbene streben. Grün hat es ja in der nördlichen Hemisphäre und der borealen Klimazone genug. Aber, anyway, ich muss zurück gen Kapstadt und da bieten sich zwei Wege an: „Obenrum“ – also aus der Richtung, aus der ich gekommen bin und die ich zur Genüge kenne (Route 62), oder eben „untenrum“ – also gen Herbertsdale und Swellendam, die N1 so viel wie möglich meidend und stattdessen die gravel roads der Farmer nutzend.

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Bailie’s Gat & Amber Lagoon: Ruhe und Raum

Landy auf dem Weg nach Bailie’s Gat.

Yvonne Botha und ihre Familie fahren zweimal am Tag, rauf und runter. Um die Arbeiter aus der Siedlung in der Nähe zu holen und zurückzubringen; und zusätzlich ein- bis zweimal pro Woche, um einzukaufen oder wegen sonstiger Erledigungen. Kein Wunder, dass sie den kilometerlangen bröckeligen Pfad, an manchen Stellen kaum breiter als ein Pick-up-Fahrzeug, auch nach Einbruch der Dunkelheit souverän bewältigen.

Den Neuling kann das schmale, staubige und steinige Band, das sich am steilen Abhang entlang hangelt, schon bange machen. Entlang der Schlucht geht es runter in ein Tal, in dem tatsächlich Menschen wohnen und arbeiten, versteckt in den Bergen. Bailie’s Gat liegt gar nicht so weit entfernt von der gut asphaltierten Straße von Ceres über Prince Alfred Hamlet nach Citrusdal – aber kaum ist man von dieser abgebogen, hüllt grauer Staub das Fahrzeug ein und dann ist es von Vorteil, die Gelände-Untersetzung einzulegen, damit das Allradfahrzeug langsam und kontrolliert den Abstieg bewältigen kann.

(Auf die Bilder klicken, um eine vergrößerte Version und die Bildunterschriften sehen zu können.)

Das Tal ist von imposanten Bergketten umsäumt, was zwangsläufig bedeutet, dass die Sonne spät erscheint und früh verschwindet. Im Sommer ein Segen, im Winter ein Fluch. Kaum schwinden die Sonnenstrahlen, ist die Wärme weg als habe man den Stecker rausgezogen. So weit, so bekanntes (Wüsten-)Phänomen.

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Frieden & Freiheit in Fynbos

In Laufweite zur Fraaigelegen Farm liegt die Fynbos Guest Farm. Juergen & Venishree und Peter & Maurice sind nicht nur Nachbarn, sondern auch Freunde. Doch während sich die Familie Mayer vorrangig dem Öl- & Weinanbau widmet und zwei Cottages und eine kleine Campsite eher nebenbei und nahezu versteckt betreibt, nimmt verfügt die Fynbos Farm nicht nur über ein an der Landstraße gelegenes Café (bzw. Padstall), sondern nimmt Gäste auf – nicht nur menschliche.

Denn was die Fynbos Guest Farm auszeichnet und Besucher anlockt, ist das Animal Sanctuary. Peter und Maurice geben verstoßenen und misshandelten Tieren ein zweites, sicheres Zuhause. Und sie bieten den menschlichen Gästen über den Umgang mit den geretteten Tieren die Möglichkeit, etwas über sich selbst, ihren Ort in der Welt und ihre Seele zu erfahren. Dazu dient ein ganz und gar besonderer Rundweg…

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Frieden & Freiheit in Fraaigelegen

Manchmal ist man in der Ferne, und kommt nach Hause. Doch man muss erst einmal ankommen. Venishree und Jürgen Mayer haben die Managerwelt verlassen und sind in einer kleinen Farm bei Tulbaugh angekommen.

Mittlerweile haben sie viel Erfolg mit ihren prämiierten Olivenölen (-> Adhara Evoo & -> CapeGoods). Und sehnen sich dennoch manchmal wieder nach der Managerwelt. Sie vermieten auf ihren 500 Hektar Land – allzu groß ist die Fraaigelegen-Farm für südafrikanische Verhältnisse also nicht – auch einige Cottages für Selbstversorger und einige Stellplätze auf der Campsite. Für letztere machen sie kaum Werbung – an der nahelegenen Landstraße verweist kein Schild darauf, und sie sind nur in Smartphone-Apps vertreten, die Overlander kennen.

Keine Radaubrüder

„Ich will hier keine Radaubrüder haben“, erklärt mir Jürgen am Lagerfeuer später; wenn ein junger Mann anrufe, stelle er gleich die Frage, ob es sich um einen Junggesellenabschied handele – „ich weiß, wie ich früher war“, meint er dann grinsend, „und ich möchte den damaligen Jürgen nicht als Gast haben“. Tatsächlich muss man tief in den Busch in eine Offgrid-Ecke fahren, um den feier- und trinkfreudigen Südafrikanern, die die familiäre Geselligkeit sehr schätzen, zu entgehen.

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