Archiv der Kategorie: Land

Oupa im Schützengraben

Der 81jährige Oupa von Edenvallei ist so ein Afrikaner, wie er im antikolonialistischen Lehrbuch zu stehen scheint: Das Land war zu Apartheid-Zeit gut, besser organisiert, alles lief. Sagt er. Jüngere Generationen sagen eher: Wir waren ein Firstworldcountry.

Der Oupa meint, er hätte als 6jähriger nicht als Pflichtfach deutsch, sondern Xhosa und Zulu in der Schule haben sollen – nicht weil es der Verständigung dienen könnte, sondern dann würde er verstehen, was die Schwarzen untereinander sprechen und wann sie über einen Weißen herziehen. Der Oupa fährt jeden Meter mit seinem altersschwachen Klein-Bakkie, den Krückstock auf dem Beifahrersitz, falls er doch mal aussteigen muss. Wenn er mit einem seiner Camping-Gäste reden will, hupt er ihn herbei.

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Der Wal ist gestrandet

Da steht er nun, der große Mercedes-Lkw; Kim ist knapp zwei Meter groß, und dementsprechend die Wohnkabine hoch – er wollte stehen können. Sie ist auch sehr lang, weil Kim und Susi alles daheim für sie verkauft haben und darin leben. Auf der dunkelblauen Lackierung ihrer rollenden Wohnung prangt ein vergnügter Pottwal.

Nur: Dem Wal ist nicht zum Lachen zumute, er ist gestrandet. Er steht auf einem rustikalen Campingplatz nördlich von Kapstadt, dessen einziger Charme darin besteht, dass andere Overlander dort Zwischenstopp machen. Am unteren Ende des Kontinents angekommen, weiß seine Besatzung nicht mehr weiter.

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Die letzten Bestellungen bitte

Das waren ein paar heiße Tage zuletzt, mehr als 30 Grad, häufig 35 Grad. Der Leiter des Frankfurter Gesundheitsamtes, Peter Tinnemann, hat im Interview mit der Hessenschau gesagt: „Wenn Sie glauben, dass dieses Jahr der heißeste Sommer ist, den Sie erleben, dann werden Sie sich in der Zukunft daran erinnern, dass das der kälteste war, den Sie zuletzt gehabt haben.“ Für die fantastische Biti & mich ist das persönlich nicht so ein Problem: Wir lieben Hitze, sonst würden wir uns nicht andauernd in den Wüstengegenden des nördlichen oder südlichen Afrikas herumtreiben.

Mein ersten Survival-Kurs habe ich vor rund 40 Jahren gemacht, beim legendären Volker Lapp, und seither gibt es sowas wie einen „Dual Use“ der anderen Art in meinem Leben: Was fürs Reisen in entlegenen Wüstengegenden gut ist, kann für Survival und Prepping nicht schlecht sein – man lernt eine Menge über den schonenden Umgang mit begrenzten Ressourcen (Kraftstoff, elektrischen Strom, Lebensmittel, Wasser) und man lernt eine Menge, wie man mit einfachen, improvisierten Mitteln schwierige Situationen meistert. Wie man mit Hitze, Dürre und Trockenheit klarkommt. Solcherlei Reisen sind per se eine Resilienzschulung.

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