Archiv der Kategorie: Roadstory

Tamboershoek: such a lovely surpise!

Welgemoed oder Rooiheuwel? Beide Gästefarmen sehen in der Tracks4Africa-App vielversprechend aus (außer, dass beide auch um Trophäenjäger als Gäste werben), beide liegen an der gleichen kleinen Hinterlandschotterpiste irgendwo zwischen dem Karoo-Städtchen Fraserburg und der Karoo-„Metropole“ Beaufort-West.

Bei dererlei Gästefarmen ist es ratsam, vorher Kontakt aufzunehmen. Manchmal gibt es sie gar nicht mehr. Oder sie werden gerade renoviert. Oder die Campsite ist gerade überflutet worden. Oder oder oder…

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Hunde und Nutten im Bett

Manchmal denkt sich Stephen, dass das Gästehaus, dass er auf dem Gelände seines Wohnhauses in Graaff-Reinet führt, ein enervierender Einkommenserwerb ist. Gestern etwa sind drei Männer mit einem Kurier-LKW spät abends noch angekommen und haben geklingelt, und obwohl er eigentlich niemanden unter diesen Umständen annimmt, hat er sich doch dazu durchgerungen.

Na ja, das Geld können er und seine Frau gebrauchen; wenn man ein Veteran des Krieges in Südwestafrika (heute sagen sie „Namibia“ dazu) ist, kriegt man heute die damals versprochene Veteranen-Pension von der ANC-Regierung nicht ,sagt er, warum auch immer. Stephen kennt Unimogs aus dem Krieg 1960-1990 in Südwest; er meint die kleinen, 404er oder 416er oder so.

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Oupa im Schützengraben

Der 81jährige Oupa von Edenvallei ist so ein Afrikaner, wie er im antikolonialistischen Lehrbuch zu stehen scheint: Das Land war zu Apartheid-Zeit gut, besser organisiert, alles lief. Sagt er. Jüngere Generationen sagen eher: Wir waren ein Firstworldcountry.

Der Oupa meint, er hätte als 6jähriger nicht als Pflichtfach deutsch, sondern Xhosa und Zulu in der Schule haben sollen – nicht weil es der Verständigung dienen könnte, sondern dann würde er verstehen, was die Schwarzen untereinander sprechen und wann sie über einen Weißen herziehen. Der Oupa fährt jeden Meter mit seinem altersschwachen Klein-Bakkie, den Krückstock auf dem Beifahrersitz, falls er doch mal aussteigen muss. Wenn er mit einem seiner Camping-Gäste reden will, hupt er ihn herbei.

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Der Wal ist gestrandet

Da steht er nun, der große Mercedes-Lkw; Kim ist knapp zwei Meter groß, und dementsprechend die Wohnkabine hoch – er wollte stehen können. Sie ist auch sehr lang, weil Kim und Susi alles daheim für sie verkauft haben und darin leben. Auf der dunkelblauen Lackierung ihrer rollenden Wohnung prangt ein vergnügter Pottwal.

Nur: Dem Wal ist nicht zum Lachen zumute, er ist gestrandet. Er steht auf einem rustikalen Campingplatz nördlich von Kapstadt, dessen einziger Charme darin besteht, dass andere Overlander dort Zwischenstopp machen. Am unteren Ende des Kontinents angekommen, weiß seine Besatzung nicht mehr weiter.

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Jina und ihr billiges Auto

Jina spricht sehr gut Englisch, ist aber nie aus Velddrif rausgekommen und betet zu Gott, dass sie sich ein altes, billiges Auto leisten kann, damit sie die 16 Kilometer von der Farm ihres Bosses am Tafelberg ins Dörfchen Redelinghyus nicht mehr laufen muss. Hin- und Rückweg so lang: Da kommt sie nicht mehr vor der Dunkelheit zurück. Sie will dem Boss aber auch nicht zur Last fallen und sich von ihm mitnehmen lassen.

Sie mag ihre Katzen, die nicht ihre sind, und mag die Hunde der Besitzerin nicht, weil die die Katzen jagen.

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Porto, mi amor…

Porto, die nordportugiesische Stadt, das sind nicht die Port-Wein-Kellereien; nicht die historische Tram; nicht die altehrwürdigen Kirchen & Kathedralen. Für mich ist das Susana Silva – eine eher unbekannte Strassenmusikerin.

Zum offiziellen Porto, dessen Altstadt ein Touristenmagnet ist, heißt es in der Wikipedia:

Porto [‚poɾtu] ist die zweitgrößte Stadt Portugals. Die Stadt, deren Name im Deutschen wörtlich Hafen heißt, liegt an der Atlantikküste am Nordufer des dort mündenden Douro. Sie hat 238.000 Einwohner und ist Hauptstadt des gleichnamigen Distriktes. Mit der gleichnamigen Metropolregion, in der 1,76 Millionen Menschen leben, bildet sie das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum Nordportugals.

Schon seit der Zeit der römischen Besatzung vor allem eine kommerzielle Hafenstadt, entwickelte sich Porto im Zeitalter der europäischen Expansion zu einer der bedeutendsten europäischen Handelsmetropolen. Das historische Zentrum gehört heute zum UNESCO-Weltkulturerbe. (…)

Porto ist namensgebend und bekannt für den Portwein, der aus seinem Anbaugebiet nach Porto transportiert, im angrenzenden Vila Nova de Gaia gelagert und von Porto in die Welt exportiert wird. 2001 war Porto Kulturhauptstadt Europas.

https://de.wikipedia.org/wiki/Porto

In Porto kann man die Weinkeller besuchen, kann man Portwein trinken, man kann sich alle alten Bauten ansehen und durch die Gassen und am Hafen entlang flanieren… oder eine Flussfahrt machen entlang der sechs Brücken über den Douro…

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