Archiv des Monats: Oktober 2025

Oupa im Schützengraben

Der 81jährige Oupa von Edenvallei ist so ein Afrikaner, wie er im antikolonialistischen Lehrbuch zu stehen scheint: Das Land war zu Apartheid-Zeit gut, besser organisiert, alles lief. Sagt er. Jüngere Generationen sagen eher: Wir waren ein Firstworldcountry.

Der Oupa meint, er hätte als 6jähriger nicht als Pflichtfach deutsch, sondern Xhosa und Zulu in der Schule haben sollen – nicht weil es der Verständigung dienen könnte, sondern dann würde er verstehen, was die Schwarzen untereinander sprechen und wann sie über einen Weißen herziehen. Der Oupa fährt jeden Meter mit seinem altersschwachen Klein-Bakkie, den Krückstock auf dem Beifahrersitz, falls er doch mal aussteigen muss. Wenn er mit einem seiner Camping-Gäste reden will, hupt er ihn herbei.

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Der Wal ist gestrandet

Da steht er nun, der große Mercedes-Lkw; Kim ist knapp zwei Meter groß, und dementsprechend die Wohnkabine hoch – er wollte stehen können. Sie ist auch sehr lang, weil Kim und Susi alles daheim für sie verkauft haben und darin leben. Auf der dunkelblauen Lackierung ihrer rollenden Wohnung prangt ein vergnügter Pottwal.

Nur: Dem Wal ist nicht zum Lachen zumute, er ist gestrandet. Er steht auf einem rustikalen Campingplatz nördlich von Kapstadt, dessen einziger Charme darin besteht, dass andere Overlander dort Zwischenstopp machen. Am unteren Ende des Kontinents angekommen, weiß seine Besatzung nicht mehr weiter.

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