Ein Relikt des Vietnamkrieges

1300 ehemalige vietnamesische Boat People sitzen in Hongkong fest

Im einzigen Zimmer ihrer Barackenbehausung sitzt Nguyen Thi Thuoih, eine Frau mit tiefen Falten im Gesicht und leiser Stimme, im Schneidersitz auf dem Boden. Ein schmales Bett, eine schmuddelige Dusche in der Ecke, außer einem Fernseher, einem Bücherbord und einem Kruzifix gibt es kaum Inventar in dem schummerigen Zimmerchen. Die 42jährige lebt mit ihrem Mann und sechs Kindern im Alter zwischen 13 und 21 Jahren auf neun Quadratmetern. Nachtruhe, das bedeutet dicht gedrängt in der schwülen Luft nebeneinander auf der Matratze oder dem Boden zu liegen.

Ihr Vater, ein Katholik, hatte für die Franzosen gearbeitet und landete 1986 bei dem Versuch, Vietnam zu verlassen, im Gefängnis. Nguyen Thi Thuoih hatte mehr Glück, ebenso eine Schwester, die bis nach Kanada durchkam. Außer den Festlandschinesen lockt Hongkong nach dem Handover eine zweite Gruppe von Zuwanderern: aus Vietnam die Boat People.

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