Und „Action!“ – Krav Maga-Seminarplan 2017

 

Generell geht es bei unseren Krav Maga-Seminaren und Kursen um intensives Praktizieren von Lehrinhalten nach dem KMG-Curriculum – dies aber geballt zu einem jeweiligen Thema. Während sich das reguläre Training von Montag bis Donnerstag an den Levels des sehr sorgfältig Curriculums orientiert und sich wiederholenderweise nach oben durcharbeitet, sind in den Seminaren bestimmte Teilbereiche blockweise zusammengefasst und ermöglichen so eine kompakte Beschäftigung mit der jeweiligen Materie.
 
Bitte meldet euch für Seminare bzw. Kurse oder Workshops früh wie möglich an – nur so können kurzfristige Absagen verhindert werden. Wir schließen die Teilnehmerliste immer am Mittwoch Abend vor dem Seminar-Samstag oder -Sonntag und entscheiden dann entlang der gemeldeten Teilnehmer, ob wir das Seminar abhalten oder absagen (müssen).

Übrigens: Zusagen bei Facebook nehmen wir zur Kenntnis – sie sind aber nicht verbindlich im Sinne einer Platzreservierung! Anmeldungen immer via: Anmeldung/AGB…


Hier der Krav Maga-Seminarplan für 2017 im Überblick:

Samstag, 18. März, 10-13 Uhr: Stick Defenses

Stöcke und stockähnliche Gegenstände wie Montiereisen oder Brechstangen lassen sich leicht bei gewalttätigen Auseinandersetzungen anwenden – besonders in Form von Teleskopschlagstöcken (an und für sich verboten) oder Baseballschlägern (als Sportgerät nicht zu verbieten). Beide führen aufgrund ihrer konstruktionsbedingten Dynamik zu schweren Verletzungen (besonders wenn der Kopf getroffen wird), die weit über die Wirkung einfacher Holzstöcke hinausgehen. Derartiges Gerät wird von entsprechenden Personen meist im Auto mitgeführt und kommt daher nicht selten bei Streitigkeiten im Straßenverkehr zum Einsatz. Aber nicht nur da.

In Erinnerung ist vielleicht noch die Amok-Attacke in einem Regionalzug bei Würzburg, als der Täter mit Axt bzw. Beil und Messer um sich schlug und stach. Die Krav Maga-Abwehrtechniken gegen stockartige Instrumente beinhalten ebenso die Abwehr gegen Äxte, Beile, gar Macheten. Bei der „Stick Defense“ geht es also nicht bloß um (Holz-)Stöcke!

Beim Stick Defense Seminar geht es um drei Stunden Intensiv-Training – sowohl gegen Bedrohungen und Einschüchterungsversuche als auch gegen die am häufigsten auftretenden Schläge und -stöße mit stockähnlichen Waffen und Werkzeugen. Dabei werden wir eine Situation in einem Zug-/S-Bahn/U-Bahn-Abteil im Szenariotraining nachstellen.

Kosten: 35 €, KMF-Vertragsmitglieder: 25 €.

Samstag, 1. April, 10-13 Uhr: Selbstverteidigung mit Schirm und Stock

Man kann sich mit stockartigen Gegenständen aber auch gut selbst verteidigen: Der Einsatz von Alltagsgegenständen gehört zum Standard des Krav Maga und somit zum Inhalt des regulären Trainings. Darüber hinaus aber: Mit einem unzerbrechlichem SV-Regenschirm, handelsüblichen Regenschirmen oder jedem Spazier- bzw. (Teleskop-) Wanderstock kann man sich hervorragend verteidigen – wenn man es gelernt hat.

Ob im Alltag oder im Ausland, mit einem unverfänglichen Schirm oder Stock kann man ein hochwirksames Verteidigungsmittel ganz besonders gegen Angriffe mit Waffen bei sich führen.

Dabei hat das Krav Maga-Motto “keep it simple & stupid” Bestand und führt der Umgang mit diesen Gegenständen nicht zum Bruch mit Prinzipien, Techniken und Taktiken des Krav Maga. Im Gegenteil: Inhalt des dreistündigen Seminars ist das reibungslose Einpassen ins Krav Maga nur mit Hand und Fuß.

Kosten: 40 €, KMF-Mitglieder: 30 €.

Samstag, 27. Mai, 10-13 Uhr: Knife Defenses
 

Ein beliebtes Gewalt-Werkzeug ist jede Form von Messer. Man braucht nicht viel zu können, nicht kräftig zu sein, um mit einem Messer leicht verheerenden Schaden anrichten zu können. Gleichzeitig sind Messer leicht verfügbar und bequem versteckt zu tragen. Kein Wunder also, dass Messer die verbreitetste und gefährlichste Waffe im europäischen urbanen Umfeld sind. Rettungssanitäter können ein Lied davon singen, dass Stich- und Schnittverletzungen mittlerweile häufiger vorkommen als typische Prügelei-Verletzungen.

Beim Knife Defenses Seminar geht es um drei Stunden Intensiv-Training Messerabwehr – gegen die vorherrschenden Bedrohungen nah und fern des Körpers genauso gegen die am häufigsten auftretenden Messerstiche und -schnitte.

Kosten: 35 €, KMF-Mitglieder: 25 €.

Samstag, 1. Juli, 10-13 Uhr: VIP Protection – Defend your Friends & Family


Menschen, die uns nahestehen, sind uns meist wichtig – also „Very Important Persons“. Daher berücksichtigt das VIP Protection-Training im Krav Maga nicht nur die professionelle Situation eines Personenschützers, sondern auch die private von normalen Bürgern. Im VIP Protection-Seminar geht es um letzteres – und die entsprechenden Techniken und Taktiken, die dem Schutz von Dritten gelten: Daher heißt der entsprechende Bereich im KMG-Curriculum auch „Third Party Defending“.

Die Ausgangslage eines „Friends & Family“-Seminars ist weiterhin darin zu sehen, dass man nicht immer alleine, sondern häufig mit Lebensgefährten, Partnerinnen, Freunden und Freundinnen unterwegs ist – und dass diese meist keine Selbstverteidigung üben. Daher wird die Betonung darauf gelegt, dass sie durch die Teilnahme am „Friends & Family“-Seminar in gewalttätigen Situationen ruhiger und gezielter sowie als Hilfsperson (re-)agieren.

„Friends&Family“-Seminare sind daher KMF-Mitgliedern bzw deren Familien und Freunden, Bekannten und Verwandten vorbehalten. Teilnehmer können bzw. sollen ein Familienmitglied oder Freund/in mitbringen und ins Training einbeziehen.

Kosten: 60 €, KMF-Mitglieder: 40 €. (Jeweils inkl. ein mitkommender/s Freund oder Familienmitglied)

Samstag, 8. Juli, 9.30 – ca. 17 Uhr: Taktische Notfallversorgung

Für Krav Maga-Trainierende hat Erste Hilfe eine besondere Bedeutung – und verdient einen besonderen Lehrgang, der sich intensiv Verletzungen widmet, wie sie bei gewalttätigen Konfrontationen entstehen: Wie man diese in extremen Stress-Situationen schnell und sicher erkennt und pragmatisch behandelt; wie man bei einer Gewalttat anderen (oder sich selbst) helfen kann; etwa, wenn man eine Person schreiend und blutend vorfindet.

Dieser „Erste Hilfe“-Lehrgang ist keiner – er unterscheidet sich deutlich von den üblichen; man bekommt ihn im zivilen Umfeld nur selten geboten. Unsere Referenten sind erfahrene EH-Ausbilder mit besonderem Wissen um Verletzungen, wie sie durch spitze oder stumpfe Gewalt oder Schusswaffenwirkung entstehen – und handeln das Thema nicht nach dem Standard-EH-Kurs ab, sondern mit speziellen Tipps & Tricks für den Notfall. Sozusagen die Krav Maga-herangehensweise “simple & stupid” samt hocheffizient in Sachen Erste Hilfe. Sie schulen normalerweise Notärzte, professionelle Einsatzkräfte in Polizei, Feuerwehr, Rettungsdiensten und Angehörige von großen Firmen & Institutionen und haben selbst ihre Grund- & Fortgeschrittenen-Ausbildung u.a. in „Tactical Medic“-Kursen in den USA erfahren.

Der Kurs ist für Polizisten und professionelle Security-Kräfte besonders sinnvoll, aber auch für Zivilbürger mit entsprechendem Interesse. Er wird aus Üben der Handgriffe und Maßnahmen bestehen, aber auch aus Reallife-Simulationen, in denen es auf das richtige Entscheiden und Handeln unter Stress und Zeitnot ankommt.

Equipment: Einsatz- bzw. strapazierfähige Kleidung (Kunstblut-Spritzer sind zu erwarten!).

Maximale Teilnehmerzahl: 12. Die Teilnehmerliste wird von der Reihenfolge der Anmeldungen bestimmt. Bei entsprechender Nachfrage kann ein zweiter Seminartermin festgesetzt werden.

Kosten: 125 €.

Samstag, 23. September, 10-14 Uhr: Takedowns & Controls


Selbstverteidigung bedeutet in der Regel ein Vorgehen nach dem „Hit-and-Run“-Prinzip: Sich nicht selbst in Gefahr bringen, sondern vielmehr so schnell wie möglich in Sicherheit. Mit anderen Worten: Den unmittelbaren Übergriff abwehren und aus der Gefahrenzone entfernen.

Takedowns und Controls – also Wurf- und Festlege-Techniken – stehen dem meist im Wege, da sie mit mehr Zeit- und Energieaufwand einhergehen. Außerdem ist der Ausübende ausschließlich auf eine Person fixiert, ja sogar an diesen Angreifer gebunden – besonders in der Bodenlage. Damit einhergeht eine verminderte Beobachtung der Umgebung und Wahrnehmung etwaiger anderer Angreifer.
 Takedown- und Controlling-Techniken kommen daher hauptsächlich in Situationen in Frage, wo einfaches Entfernen nicht möglich ist oder wo Bürger ihr Jedermannsrecht im Falle eines Übergriffs wahrnehmen wollen – also eine Person bis zum Eintreffen der Polizei festhalten.

Besonders wichtig aber sind Takedown- & Controlling-Techniken für Polizisten und Security-Mitarbeiter, auch für Rettungssanitäter und Feuerwehrleute, sowie Sozialarbeiter und Psychiatrie-Mitarbeiter. Denn Angehörige von Sozialberufen sind verstärkt gewalttätigen Übergriffen ausgesetzt – ob in Jugendzentren und Obdachlosenheimen, beim Streetworking oder in der Drogenhilfe, in der Beratungs- und Gesprächssituation, und auch als Rettungsdienstler im Notfalleinsatz. Denn in letzteren Fällen ist verminderter Gewalteinsatz und Teamwork gefragt.

Kosten: 50 €, KMF-Mitglieder: 30 €.

Samstag, 18. November, 10-13 Uhr: Workshop Mental Fitness for Fighters (MFF)

Mentales Training kann physisches nicht ersetzen, wohl aber sinnvoll ergänzen. Beim mentalen Training geht es nicht darum, sich das eigene Leistungsvermögen schönzureden oder unrealistische Ziele herbeizuphantasieren, sondern die eigenen Leistungsmöglichkeiten zum vollen Potenzial zu entwickeln. Wenn es jenseits von Fitness und Sport gar um reale Gefährdungen geht und die damit verbundenen Ängste, Umsetzungsprobleme unter extremem Stress u.ä. wird mentales Training sogar noch wichtiger. Dabei geht es um mehr als nur um Entspannung und Meditation.

In diesem einmaligen Seminar geht es um Stressbewältigungstechniken, um Techniken zur Erregungsdämpfung oder -erhöhung, um mentale Kampfbereitschaft & -fähigkeit und den „mental computer on stand-by“, um kurzfristige Hilfen und mittel- und langfristige Entwicklung, um Wahrnehmungsübungen u.v.m. Der MFF-Workshop kombiniert mentale Techniken aus dem Know-How des Referenten in Krav Maga, Mindfulness Based Stress Reduction (MBSR) und Neurolinguistischem Programmieren (NLP) und unterliegt einer Begrenzung auf zwölf Teilnehmer.

Kosten: 40 €, KMF-Mitglieder: 30 €. – bei gemeinsamer Buchung mit Combat & Fighting-Seminar: 30 € (KMF-Mitglieder: 20 €)




Samstag, 18. November, 14-19 Uhr: Combat & Fighting Seminar


Wer Straßenkämpfe kennt, weiß, dass sie ganz überwiegend simple & stupid verlaufen. Es gilt weniger, sich raffinierter Techniken und Technikfolgen zu erwehren, als vielmehr starker Aggression und großer Brutalität – meist umgesetzt in überraschendes einfaches Schlagen und Treten. Was in der Gegenwehr zählt, ist physische und psychische Stärke – und nicht ein ausgefeiltes Technik- und Kombinationsrepertoire; ein Grund, warum so viele herkömmliche Kampfsportler auf der Straße versagen.

Im Combat & Fighting-Seminar geht es aus diesem Grund einerseits um einfache Schlag- und Trittkombinationen in Abwehr und Gegenangriff, anderseits um physische und mentale Konditionierung sowie taktisch kluges Verhalten und Bewegen. Ebenso wird die Fähigkeit geschult, einen begonnenen Kampf durchzufechten – bis zur Niederlage des Gegners. Dabei bedeutet Kondition nicht, die Ausdauerleistung für eine wettkampfsportliche Leistung à la fünf Runden zu je drei Minuten in Ring oder Käfig zu erbringen. Sondern eine hochstressige und hochanstrengende Belastung von wenigen Sekunden durchzustehen, bei des es ums Ganze – physische und psychische Unversehrtheit – geht.

Das fünfstündige Seminar setzt ausreichende Vorerfahrung in Krav Maga, Thai- oder Kickboxen bzw. entsprechende Fighting Skills voraus. Für Anfänger & Einsteiger ist es nicht geeignet. Es beinhaltet Methoden des Mentaltrainings.

Kosten: 60 € (KMF-Mitglieder: 40 €). – bei gemeinsamer Buchung mit MFF-Workshop: 50 € (KMF-Mitglieder: 30 €)