Frauen-Selbstverteidigung: Stress-Test statt Theorie

KM-Instructorin Beate Bechmann

KM-Instructorin Beate Bechmann weist das Angreifer-Team ein.


Ein Frauen-Selbstverteidigungsseminar stellt die Teilnehmerinnen auf eine harte Bewährungsprobe; am zweiten Tag werden die erlernten Techniken einem mental und physisch anspruchsvollen Stress-Test unterzogen. Das ist für die Teilnehmerinnen nicht immer angenehm – aber bloßes Technik-Training ohne “Reality-Check” ist nichts weiter als eine (gefährliche) Illusion.

Umso mehr erstaunt es, dass nicht wenige Angemeldete der Meinung sind, sie würden einen Dia-Vortrag oder eine Powerpoint-Präsentation gezeigt bekommen. Das ergibt sich meistens dann, wenn sie keine Trainings- oder Wechselkleidung mit ins Gym bringen – und auf die Frage nach diesen die Augen groß werden und die Frage gestammelt wird: “Wie, wir machen hier so was wie Sport?”

Wir machen keinen Sport, aber physisch anstrengend ist das Training schon. In der Selbstverteidigung gibt es keine Zaubertricks – nur (harte) Arbeit. Im Krav Maga gewiss so einfach und leicht erlernbar wie möglich, aber eine körperliche Auseinandersetzung ist eine körperliche Auseinandersetzung ist eine körperliche Auseinandersetzung.

Frauen-Selbstverteidigung: kein Theoriekurs

Wie kann man etwas anderes erwarten? Wir kündigen keine bloßen Rhetorik-, Deeskalations- und Verhaltensseminare an – die Beschreibung und Bebilderung unserer Seminarangebote halten wir für unmissverständlich. Ist das die Facebook-Medienkultur? Husch-Husch, schnell-schnell und ja nicht bis zum Ende lesen?

Jedes Frauen-SV-Wochenendseminar endet mit einer Belastungsprobe. Wie immer auch man bzw frau sie absolviert, geht gestärkt aus ihr hervor. KM-Instructorin Beate und ihr bestens eingespieltes und ausgesteuertes Team von männlichen und weiblichen Angreifern, die die ganze Palette von verbalen Belästigungen bis massiv körperlichen Attacken abspulen, achten darauf, dass ein positiver Lernfolg zustande kommt.

Aber den erleben die Teilnehmerinnen nur, wenn sie durch den abschließenden Stress-Parcours gehen. Und wenn sie das Training dafür, dass sie befähigt, diesen Parcours zu bewältigen, auch absolviert haben. Und das ist ein Training, dass auf eine psychische und physische Ausnahmesituation vorbereitet. Was anderes als eine psychische und physische Extremsituation ist ein körperlicher, gar sexueller Angriff?

Und wie sollte man bzw. frau dem anhand eines Vortrages oder einer Präsentation gewappnet sein?