Der kürzeste längste Tag

Bildergalerie zum Ironman Frankfurt 2012

Der längste Tag des Jahres war für uns eher der kürzeste längste Tag des Lebens. Zweimal wurden wir komplett durchnässt, zweimal kehrten wir heim und zogen uns um – und schließlich traten wir gegen 17 Uhr den endgültigen Heimweg an… also lange vor Zielschluss um 22 Uhr. Immerhin: Zwischenzeitlich wurde es nach Regengüssen während des Bikesplits wenigstens halbwegs warm und trocken – alle Achtung vor allen Athleten, die unter diesen Umständen die Zähne zusammengebissen und weitergemacht haben.

Ansonsten konnte ich mich nicht des Eindrucks erwehren, dass die WTC und ihr Besitzer versuchen aus dem Rennen rauszuholen, was geht. Beweise? Keine. Indizien? Einige. Mehr als 2800 Sportler auf die Piste, die in den Jahren zuvor schon mit 2300 Leuten als überfüllt galt. Rad- wie Laufstrecke schienen weniger gut gesichert und kontrolliert zu sein wie noch in den vergangenen Jahren. In Wachenbuchen vor dem Hühnerberg-Anstieg bretterte ein 3er BMW etwa ungebremst den Radrennern entgegen; während noch die Profis an der Spitze unterwegs waren, nutzten viele Frankfurter die Laufstrecke ungerührt wie sonst sonntags als Flanier-, Kinderwagen- und Stockstelzen-Meile. Wer da um Minuten und Sekunden ob der Hawaii-Quali kämpfte, dürfte darüber wenig glücklich gewesen sein.

Auch war der Eindruck nicht zu vermeiden, dass das Media-Paket der breiten Sponsoren-Gaben ermangelte, die Foto-Karte billig produziert war etc. Einbildung? Der Versuch, den Wettbewerb schlecht zu schreiben? Hab‘ da keinen Grund dazu, wir begleiten das Rennen, seit es es gibt – dreimal als Finisher, die anderen Male als Video- und Fotografen. Und wir sind immer echte Fans gewesen.

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Mag sein auch, dass die Frankfurter des Rennens müde sind – aber das zu objektivieren fällt angesichts der Wetterbedingungen nun wirklich schwer. Aber auch morgens beim Schwimm-Start, als noch angenehme Wetterbedingungen herrschten, hielt sich das Publikum mit Begeisterung zurück; ebenso, nachdem Sonne und blauer Himmel zu sehen waren. Eine Bildergalerie mit knapp hundert Bildern gibt Auskunft über den Ironman in Frankfurt im Jahre 2012. Hoffentlich läuft’s im nächsten Jahr besser, zumindest was das Wetter anbelangt.

Über Oliver

Professional Krav Maga Instructor (KMG), Kettlebell Instructor (HKC). Mentaltrainer (MBSR, NLP).
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2 Antworten zu Der kürzeste längste Tag

  1. mike mai sagt:

    hi oliver,
    bevor man dir vorwirft mit falschen zahlen zu hantieren, es waren 2579 bikes eingecheckt.
    lieben gruß
    mike

  2. Oliver sagt:

    Hi Mike, danke für die Info!

    Allerdings: In dem offiziellen Fact Sheet des Veranstalters, das an die Medien-Vertreter ausgehändigt wurde, steht: aktueller Anmeldestand zum 1.7.2012 – 2831 Einzelathleten 2536 männlich, 294 weiblich; darunter 56 Profis (19 weiblich, 37 männlich).

    Also sind knapp 300 nicht gestartet?

    Selbst wenn es so ist, so ist in den vergangenen Jahren die Teilnehmerzahl von 2200-2300 schon kritisch in den diversen Triathlon-Online-Foren diskutiert worden. Weniger von den Normal-Triathleten, als von den ambitionierten Agegroupern mit Wunsch nach Hawaii-Quali, die sich über Pulkbildung und Windschattenfahren auf der Radstrecke beklagt haben. Die Frankfurter Radstrecke ist ja wegen ihres doch eher flachen Profils nicht sehr selektiv – d.h. die etwas schwächeren Radfahrer unter den Ambitionierten können im Pulk weiter vorne mitmischen und ihre Chance beim Laufen wahren. Dieser Umstand hat eben insofern zur Verärgerung geführt, als dass die Kampfrichter angesichts des dichten Teilnehmerfeldes auch gar nicht so viel Chancen haben, das „Lutschen“ konsequent zu unterbinden.

    Und da denke ich mir halt, wenn das bei 2200-2300 Startern schon so war, wird das bei 2500-2800 kaum besser laufen…

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