Prost Neujahr – Olympianorm verpasst

Peter beim Düsseldorf Marathon

Peter beim Düsseldorf Marathon

Nach etwas längerer Zeit wieder ein Bericht von mir: Warum diese lange Pause? Nun, bekanntlich leide ich an Asthma, und in den letzten Wochen war es so stark, dass anders als in den vergangenen Jahren nicht nach ein paar Tagen eine gewisse Normalität einkehrte. Die Folge war, dass auch das Training darunter gelitten hat.

Genug der Jammerei. Am vergangenen Wochenende fand nun zum zehnten Mal der Marathon in Düsseldorf statt. Der alte Mann war gemeldet, hatte aber berechtigte Zweifel, ob des fehlenden Trainings (lediglich einen 1/2 Marathon im März als längste Einheit) überhaupt anzukommen. Aber starten und sehen wie weit man(n) kommt, war die Devise.

Das Wetter am Sonntag top, nicht zu warm, nicht zu kalt. Startzeit humane 9 Uhr, bei einer Laufzeit knapp über 4 Stunden hätte ich sogar den Anpfiff der Fortuna in Fürth noch erleben können. Das ich den Lauf aber nicht allzu ernst nahm, beweist die Tatsache, dass mir Dirk „Hasi“ bei Kilometer 12 ein leckeres „Füchschen“-Alt in Aussicht stellte – und ich auch vorhatte, dieses zu trinken.

Mit Mark bin ich die ersten Meter gelaufen, aber da für mich das Ziel lediglich „ankommen“, für Mark aber eventuell eine neue persönliche Bestzeit möglich war (geschafft mit 3.35 Stunden), zog er bereits nach einigen hundert Metern davon. Ich lief ein lockeres Tempo und war überrascht, dass mein Asthma anscheinend zu Hause geblieben ist. Kilometer um Kilometer kam ich meinem Alt näher, die ersten zehn Kilometer lief ich in etwa 55 Minuten (meine Uhr hatte ich mit dem Asthma zu Hause gelassen). Ich fühlte mich noch ganz gut, die Beine relativ locker, das Tempo war aber auch nicht allzu schnell.

Peter beim Alt-Trinken

Peter beim Alt-Trinken

Bei Kilometer 12 angekommen stand bereits das Alt bereit. Das musste ich mir jetzt auch genehmigen, nachdem am heutigen Tag auch von mir die Olympianorm von 2.12 Stunden nicht erreicht werden konnte. 🙂

Es schmeckte, das Alt. Und nachdem ich es genüsslich trank, erhielt ich von aussen auch überraschenderweise viel Zustimmung. Klar, man muss den Marathon auch nicht immer allzu ernst nehmen. Kurze Zeit später (wir haben in Düsseldorf ja „nur“ 0,2 Liter Gläser *g) begab ich mich wieder auf die Strecke.
Gestärkt und leicht gedopt (legal) hoffte ich jetzt doch auf ein erfolgreiches Finish. Das Asthma blieb weiterhin weg, aber durch die fehlenden langen Läufe ob der gesundheitlichen Problematik meldete sich das Skelett. Mein altes Knieproblem machte mir zu schaffen, und ab circa Kilometer 20 wusste ich: Das Ziel sieht mich heute nicht.

Mit einem gefühlt doppelt so dicken linken Knie lief ich zwar noch etwas weiter, aber bei Kilometer 31 war dann endgültig Schluss. Früher hätte ich mich eventuell ins Ziel geschleppt, aber nachdem ich so viele Marathons absolviert habe, konnte ich mit meiner jetzt vorhandenen Altersweisheit sagen : „Lass es!“ Abbuchen unter Trainingslauf, der mit einer Zeit von knapp drei Stunden dann auch relativ lange ausfiel.

Meine Gedanken waren ab sofort bei den kommenden Triathlons, die mir wichtiger sind als ein Marathon mehr oder weniger.

Und doch, am S-Bahnhof Zoo mit der Startnummer am Körper in eine Bahn zu steigen, schmerzte fast mehr als das Knie, und ich schaute mehr als einmal beschämt zu Boden. Ich war froh, als ich dann zu Hause war, irgendwie hat man den Eindruck, von jeder und jedem beobachtet zu werden, was die Leute wohl dachten,… aber ich glaube jetzt mit etwas Abstand, so wichtig ist ein Läufer, der aussteigt, nun doch nicht, dass sich überhaupt jemand Gedanken machte. *g
Das Spiel der Fortuna konnte ich dann von Beginn an sehen, immerhin. Und erfolgreich – wenn auch glücklich – war es mit dem Punktgewinn beim Spitzenreiter zudem.
Das “Prost Neujahr” im Titel sollte ich noch aufklären. Nun, in der Regel findet für uns Triathleten der Hauptwettkampf im Juli statt. Meiner aber in diesem Jahr erst im November (Mexico). Wenn man jetzt den November als Juli betrachtet, dann ist der 1. Mai für mich der 1. Januar (wenn ich mich nicht verrechne…) Leuchtet ein, oder? 🙂

Am 1. Januar habe ich dann also eine Radeinheit von 65 Kilometern – in kurzen Hosen! – absolviert. Doch ein harter Hund, denken jetzt viele (?). Denn wer kann das von sich behaupten 🙂

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