Runner’s High!

Peter (in London)

Peter (in London)

Da ist es wieder, dass viel beschriebene Runner´s High!

In letzter Zeit habe ich mir meine diversen Trainingsaufzeichnungen angeschaut. So richtig zufrieden bin ich nicht, allerdings hatte ich die letzten Jahre auch mit mehr oder minder schweren Verletzungen zu tun.

Unabhängig davon – als Läufer zum Triathlon gekommen, dachte ich immer, dass das Laufen meine starke Disziplin ist, – und bleibt. Je länger aber das triathlonspezifische Training absolviert wurde, umso mehr verlor ich meinen „Instinkt“ zu laufen.

Natürlich auch deshalb, weil aus den damaligen 70 – 80 Laufkilometern in der Woche nur noch 40 – 50 Kilometer wurden. Selbstverständlich bin ich mir aber auch bewusst, dass eine 10.000-Meter-Bestzeit von 36,xx Minuten und eine Halbmarathonzeit von 1.23 Stunden (von dem Marathon unter drei Stunden ganz zu schweigen) in meinem fortgeschrittenen Alter utopisch ist, Laufkilometer hin oder her.

Aber dieses Laufgefühl, das lockere Dahingleiten, ohne den Aufprall der Füße zu spüren, das bewusste Wahrnehmen der Landschaft, getragen von Gedanken, all dies war nicht mehr da. Ich spürte nur noch dicke Oberschenkel, mein kaputtes Knie, und verfluchte mein immer häufiger auftretendes Asthma.

Nachdem ich nun den Ironman Kopenhagen auf der Marathonstrecke mehr wandernd denn laufend absolvierte, stellte ich mir die Frage, ob das alles noch sein muss. Aber irgendwie kann es das nicht gewesen sein. Ich habe immer mal gesagt, dass ich mit 80 Jahren noch Marathon laufen werde, laufen will. Dafür sollte ich aber trainiert sein *g – und deshalb auch die Entscheidung, in diesem Jahr einen weiteren Ironman zu absolvieren (mit Mexiko hab ich ja sowieso noch eine Rechnung offen).

Nach einer kurzen Regenerationszeit nahm ich also das Training wieder auf. Da nun die Tage kürzer und das Wetter schlechter wird, wird verstärkt der Fokus auf das Schwimm- und Lauftraining gelegt.

Schwimmen jede Woche mindestens zwei Mal, Laufen aktuell drei bis vier Mal wöchentlich. Und nie unter einer Stunde. Selbst wenn ich mir vornehme, „nur“ kurz zu laufen, wird daraus in der Regel ein 90minütiger… und es fluppt. Durch eine neu verschriebene Bandage für das lädierte Knie bin ich fast schmerzfrei, dadurch läuft man auch gerne freiwillig länger, und gestern, obwohl eigentlich gar kein Lauf geplant war, bin ich so annähernd zwei Stunden durch die schöne Stadt Düsseldorf gejoggt.

Richtig – gejoggt! Ich habe es genossen, bewusst langsam und entspannt, dafür aber lange und ausdauernd zu laufen (oder eben zu joggen). Das mir altbekannte Gefühl des Runner´s High (ob es das nun gibt oder nicht *g) machte sich breit. Locker, entspannt, alles bewusst wahrnehmend und laufen, laufen, laufen. So habe ich Mitte der Achtziger angefangen und bin zum Ausdauersportler geworden (obwohl ja eigentlich Fußballer! *g).

Seit gestern weiß ich, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Für eine tolle Zeit in Mexiko wird es nicht reichen, aber langfristig vielleicht für Roth 2014. Wichtiger als das aber ist das wieder gewonnene Laufgefühl. Ich freue mich tagsüber auf den Lauf am Abend, etwas, dass ich nur noch aus den Achtzigern/Neunzigern kannte. Mir wird nicht bange vor langen Läufen, ganz im Gegenteil. Ich bin euphorisch und trainingsfleißig. Ein weiterer positiver Nebeneffekt ist meine Gewichtsreduzierung von 78 Kilogramm auf aktuell 75 Kilogramm. Drei Kilo weniger, die sich beim Laufen aber bemerkbar machen. Und nebenbei, das Radfahren klappt auch irgendwie besser, das Schwimmen macht Spaß.

Was ist mit mir passiert? Vielleicht war tatsächlich der Knackpunkt der missratene, wenngleich gefinishte Triathlon in Kopenhagen der Auslöser?

Ich weiß es nicht, nehme es aber gerne so hin – und bin dann mal weg, zum Training!

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1 Antwort zu Runner’s High!

  1. Thomas Koch sagt:

    Hi Peter, bezüglich des Laufgefühls kann ich nur beistimmen. Früher gab es das öfter, das Gefühl die Knie gehen von alleine hoch. Der Fuß setzt kurz im vorderen Drittel auf, findet Kontakt zum Boden. Die Oberschenkelmuskulatur spannt sich und sorgt für den Vortrieb. Das Bein wird gestreckt, weit nach hinten, und der Körper wird nach vorne geschoben. Das gegenüberliegende Bein wird automatisch nach oben gezogen und der Zyklus wiederholt sich. Heute sind dies die Wochenenden im Tria Training. Ich persönlich werde mit den langsamen Einheiten nicht glücklich. Man schlufft so vor sich hin, mit einem 6er Schnitt kann ich nicht wirklich laufen. 4:30 min/km läuft sich gut. Leider nicht über 42 km 🙁 !
    Ich habe mich bisher auch eher an die Regel gehalten, breite Basis im GA1 Bereich schaffen und einmal/Woche Intervalle, Hart.
    Ich will das jetzt ein wenig ändern.
    Grundlage: Ja, einmal/Woche
    Intervalle: Ja, einmal/Woche
    Schnellen Lauf/Crosslauf: Jaaaaa!, einmal/Woche oder auch zweimal/Woche
    Daneben natürlich auch die Rumpfstabi, damit man sich noch einigermaßen gerade halten kann.
    Wenn es dann für 42.1 km reicht, OK.
    Aber besser 21 km oder 10 km im Runners High als 42 km geschlufft.

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