Stand-up Paddling auf dem Main

Triathlon gehört zu Hawai’i wie Hawai’i zu Triathlon. Und dementsprechend hat manch Hawai’i-Reisender – ob nun ein Tria-Bike im Gepäck oder nicht – eine seltsame Fortbewegungsart zu Wasser mitbekommen, die man Stand-up Paddling nennt: Auf einer Art Surf-Brett stehen und mit einem langen Paddel sich langsam auf dem Meer vorwärts bewegen. In der Ruhe liegt die Kraft, so das Motto.

Ein fantastischer Ausgleichssport zum anstrengenden, quälenden Triathlon-Training, zumal er durchaus mit einem Ganzkörper-Workout einhergeht. Und für die Ambitionierten, die den Leistungsgedanken partout nicht sein lassen können und denen das relaxte Cruisen zu wenig ist, gibt es lange Touren oder auch Rennen oder auch das Surfer-artige Bewältigen von Wellen.

Natürlich kommt SUP im Hawai’i-Feeling einher, also „Hang Loose“ ist angesagt, Surfer-Plünnen, und Oakley-Sonnenbrillen. Letztere werden auch gerne von Krav Maga-Adepten getragen, schlichtweg das Modell für den Security-Profi.Also solcher genieße ich freilich den komplett stress-freie Kontext des Paddleboardens und besonders daran, dass man sich selten nur die Knochen oder Muskeln dabei wehtut. Außer man fällt im Flachwasser in das nämliche und schlägt mit dem Bein auf dicht unter der Wasseroberfläche liegende Felsen auf.

Das gelingt einem auf dem Fluss vor unserer Haustüre ganz gut – also dem Main. Zwischen Rumpenhain und Dörnigheim entspricht der nicht wirklich Hawai’i, aber dafür schmeißt man einfach die Paddleboards samt Paddeln und Pumpe hinten in den offenen Landy – und ab geht die Luzie! Und der Main zieht sich noch weit in Richtung Aschaffenburg, Klinkenberg, Miltenberg,… Oder die Kinzig, die in Hanau in den Main mündet: Auch die ist in ihrem unteren Verlauf bei Kanuten beliebt, läßt sich also auch stehend bepaddeln.

Abgesehen davon kann man auf dem SUP auch gut knien, sitzen – und sogar liegen, wenn man das Board als Badeinsel einsetzen will.

Bei den SUP-Boards gibt es mittlerweile sehr solide aufblasbare Modelle, also so eine Art Sport-Luftmatratze mit 15 psi Druck. Darauf steht es sich wie auf einem festen Brett, auch die Manövrierfähigkeit ist super, das potenzielle Tempo auch – und zusammengepackt passt alles in einem mitgelieferten Rucksack. Und kein Problem, wenn eine Schleuse auftaucht – die Dinger tragen sich locker ein paar Meter am Ufer entlang.

Also haben wir uns ein paar Boards in Frankfurt bei Windsurfing Rhein-Main geliehen und aufs Wasser geschmissen. In Hawai’i hatten wir schon vor Lahaina auf Maui ein paar Runden gedreht, deswegen war uns Grundfeeling und -technik bekannt. Hat auch alles prima geklappt, bis auf den vorstehend erwähnten schmerzhaften Felskontakt.

Auf du und du mit Enten, Gänsen, Möwen, Kormoranen und Reihern sozusagen. Und mancher Ufer-Besucher bleibt bei der Jesus-walking-on-water-Nummer vor seinen Augen glatt die Spucke weg. 😉

Bestes Wetter machte alles freudvoll, und unsere Triathlon-Laufbahn hat uns mit genügend Neopren-Anzügen, Wetsuits, Sprayskins etc. pipapo ausgestattet, dass wir auch kühlerer Witterung ohne Neu-Anschaffung gelassen entgegensehen können. Und nachdem wir keine weiteren Dreikampf-Ambitionen mehr hegen, können wir also getrost sozusagen unsere Kuota K-Factor-Triabikes gegen die inflatable SUP’s quasi eintauschen. Wenn wir die Kuotas verkaufen, müsste genügend Geld für die JP Australia-CruisAir reinkommen.

Über Oliver

Professional Krav Maga Instructor (KMG), Kettlebell Instructor (HKC). Mentaltrainer (MBSR, NLP).
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