bookmark_borderDigitale Selbstverteidigung IV

In der analogen Selbstverteidigung, so habe ich gelernt, gilt: „satisfyzing instead of optimizing“ – eine Technik muss schnell umsetzbar und „gut genug“ sein. 70%, die ich erreiche, sind besser als 100%, die ich nicht erreiche. Unter diesem Motto stehen also meine nachstehenden Ansätze & Vorschläge zu Digitalcourage & „Digitale Selbstverteidigung“… (und so erklärt sich gleich zu Beginn, warum mein Android-Handy noch immer nicht „de-googlet“ ist und ich Windows 10 statt Linux benutze – diese Umbauten sind was für lange, graue, kalte Novemberwochenenden):

Grundsätzlich gilt: Die Online- und Webservices auf viele verschiedene Anbieter verteilen. Nicht alles aus einer Hand, nicht alles bei/von Google, Apple, Microsoft etc. – auch wenn’s verlockend ist. Sicherheit auf öffentlichen Straßen in der analogen Welt bedeutet ja auch, immer mal andere, ggfls. umständlichere Wege zu gehen. Und, ja, manches davon kostet Geld, wo die Vertreter der Datenkraken mit verlockender Melodie „gratis, gratis“ flöten – ein paar Euro sollte einem seine digitale Sicherheit schon wert sein.

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bookmark_borderDigitale Selbstverteidigung III

Um bei der Analogie zum analogen Leben zu bleiben: 2002 traf ich in Israel einen Leibwächter US-amerikanischer Herkunft, der zuvor in staatlichen Sicherheitsdiensten gearbeitet hatte und nunmehr sein Brot als Bodyguard der Familie eines bekannten, sehr reichen Hamburger Versandhandel-Eigentümers verdiente. Jerry sinnierte er beim abendlichen „Goldstar“-Bier: „Wenn ich in meinem Job schießen oder kämpfen muss, habe ich eigentlich versagt.“

Denn eigentlich gehe es dabei darum, in eine Problemsituation gar nicht erst zu geraten. Also seien Vorfeldanalyse, Gefahreneinschätzung und -vermeidung, Routenplanung und being erratic, also unberechenbar sein, nie das Erwartbare oder Einschätzbare zu tun, vielfältig agieren die eigentliche Schutzmaßnahme. Kurzum: Prävention. Die beste Serteidigung ist die, nicht da zu sein, wo es Ärger gibt. Und den gibt es in dafür typischen Räumen; im analogen wie im digitalen Leben.

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bookmark_borderDigitale Selbstverteidigung II

„Digitale Selbstverteidigung“, Teil III – vom Sirenengesang des Smartphones:

„Ich habe ja nichts zu verbergen…“ – das hört man häufig, wenn es um die scheinbar kosten-lose Nutzung von Google-, Microsoft-, Amazon-, Apple- etc. Diensten in der digitalen Welt geht. Aus Sicherheits-Sicht der analogen Welt eine gerade zu peinliche Einfalt. Lasst ihr auch die Haustür unverschlossen, gar sperrangelweit auf? Das Auto ebenso? Und die Tür zum Klo, egal ob zu Hause oder am Bahnhof, bleibt auch auf?

„Ich habe ja nichts zu verbergen…“ missachtet den Zusammenhang zwischen Freiheit und Macht & Manipulierbarkeit. Jemand, der alles über uns weiß, kann uns leicht erpressen. „Ich habe ja nichts zu verbergen…“ ist auch unlogisch, weil es impliziert, man habe etwas Falsches getan, wenn man etwas zu verbergen habe. Ach ja, die PIN der Bank- oder Kreditkarte – die wird nicht verborgen, die darf auch jeder sehen? Meine Vermögensverhältnisse und andere Besitztümer – die darf auch jeder detailliert wissen?

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