Jul 1 2021

Digitalcourage: back to the roots

Oliver

Ich war dabei: Anfang der 90er Jahre wuchs das Internet aus dem zuvor militärischen, dann wissenschaftlichen Kontext heraus und wurde populär. Das World Wide Web als grafische Benutzeranwendung des Internet war nur einer von mehreren Internet-Diensten, andere waren die Diskussionsforen des Usenet oder E-Mail. Marc Andreesen baute einen Browser namens Mosaic, mit dem man in den überwiegend HTML-basierten Web-Seiten blätterte; gefolgt vom Netscape Navigator, der lange Zeit dominant blieb.


Blogs gab es noch nicht, in den frühen Phase des populären Internets aber Online Diaries. Zu deren Pflege musste man HTML und FTP beherrschen – keine Raketenwissenschaft, aber für den durchschnittlichen Redakteur einer deutschen Tageszeitung schon zuviel des „Programmierens“ (ich fand es übertrieben, HTML-Code zu schreiben als programmieren zu bezeichnen).

Nicht mehr als ein Web-Logbuch


Insofern war Blogsoftware wie WordPress ein Durchbruch; für mich bleibt es seit damals das Blog, weil der Begriff auf Weblog zurück geht – also das Logbuch des Surfens auf den Wellen des Datenozeans – und damals war es auch nicht mehr als mit dem Weblogbuch zu berichten, was man bei diesen Erkundungsfahrten gesehen hatte. Ganz in der Tradition der klassischen Seefahrer-Logbücher. „Le Sofa Blogger“ war eines der ersten Blogs, das das sinnierende Flanieren im Web zum Inhalt hatte.


Print-Redakteure – ich gestaltete die Online-Auftritte zweier deutscher Tageszeitungen bei ihren ersten vorsichtigen Schritten ins WWW maßgeblich mit – pflegten zu jener Zeit noch davon zu sprechen, dass das Internet ähnlich wie BTX wieder nach einem ersten kurzen Hype wieder in der Versenkung verschwinden werde.

Heilsversprechen Internet


Aber: Damals war das Internet aufgrund seiner grundsätzlich anarchischen Struktur ein Heilsversprechen auf den „free flow of information“, auf demokratischen Informationsaustausch und freie, nicht-hierarchische Kommunikation & Diskussion. Mittlerweile haben Regierungsinstitutionen und Datenkraken (Google war anfangs eine vielversprechende neue Suchmaschine, die mit einem neuen Ansatz („PageRank“) bessere Resultate lieferte als Altavista, Lycos oder andere Platzhirsche) den Laden nahezu übernommen.


Nahezu. Das Internet ist immer eine Herzensangelegenheit gewesen, und daher gilt es, seinen potenziell anarchischen, herrschaftsfreien Charakter zu verteidigen. Es gilt, ein Versprechen einzulösen. Z.B., indem man all die Alternativen zu den Datenkrakensystemen nutzt, „digitale Mündigkeit“ und „Digitalcourage“ pflegt.


Dez 31 2010

(Vorübergehender) Stillstand

Oliver

Danke für Ihr Interesse – zu einem geeigneten Zeitpunkt wird Appl-Z renoviert und fortgeführt.


Nov 14 2010

Sheraton Keauhou Bay Hotel, Big Island, Hawaii

Oliver

Der Besuch des Ironman Hawaii führte mich ins Sheraton Keauhou Bay Hotel. Es ist offen zum Meer hin gebaut, um es herum führt ein Pfad durch Fauna und Flora, Lava-Formationen und historische Relikte.

Hier ein fotografischer Rundgang, aufgenommen mit einer Casio EX-FH25 – die Minimalausrüstung, die ich mit auf den Kurz-Trip nach Hawaii genommen hatte:

Sheraton Keauhou BayFotogalerie nach Klick aufs Bild…


Okt 25 2010

„You are an Ironman“

Oliver

Ich habe einen Kurzurlaub in Hawaii verbracht, bei den Ironman-Weltmeisterschaften. Knapp fünf Tage vor Ort, dafür mehr als zwei Tage im Flugzeug. Dafür muss man schon ein Triathlon-Fan sein, und das bin ich (mehr dazu im Ironblog; On my way to … Kona!, Lebenszeichen aus Keauhou, My trip to Kona, Pt. I und My trip to Kona, Pt II).

Weil es eine Urlaubsreise war, habe ich mein schweres Kamera-Equipment samt Audio-Ausrüstung daheim gelassen und habe nur die kleine Casio EX-FH25 und den H2-Zoom Recorder eingepackt: Mit High-Speed-Modus (bis zu 30 Bilder pro Sekunde) und Videofunktion (mehr dazu hier…). Um es gleich zu sagen: Natürlich bleibt eine 350-Euro-Kompaktkamera hinter den Möglichkeiten eines 5000-Euro-Kits zurück. Alles andere wäre ja auch seltsam.

Dass bei ausgefahrenen 520mm die Kamera nur noch auf einem Tripod operabel ist, war vorauszusehen; aus der Hand zu filmen ist dann nicht mehr drin. Dass die Low-Light-Kapazitäten des kleinen Sensorchips ebenso begrenzt sein würden, auch. Aber ein bißchen enttäuscht war ich schon, dass die Videofunktion so magere Ergebnisse auch bei gutem Licht lieferte.

Die Stills dagegen empfinde ich als gut, die High-Speed-Serienfunktion ist in der Sportfotografie ein echter Gewinn. Egal, ob man das beste Bild aus der Serie präsentieren will oder die ganze Serie als „langsamen Film“… Das Ergebnis im lockeren Zusammenschnitt, unterlegt mit O-Tönen:

Die Media-Akkreditierung vor Ort hat leider nicht mehr geglückt, folglich konnte ich keine den Profis vorbehaltenen Standorte zum Fotografieren oder Filmen erreichen. Die Foto-Audio-Video-Show erhebt also keinen professioneller Anspruch, sondern ist als Versuch zu werten, mit Minimal-Equipment zu operieren. Immerhin: Mehr als mit einer Flip möglich wäre, ist meiner Meinung dabei schon rumgekommen.


Sep 30 2010

69-jähriger Triathlet im Video-Interview

Oliver

Jüngst habe ich ein Video-Interview mit einem 69-jährigen Triathleten geführt, der demnächst beim Ironman Hawaii, der inoffiziellen Weltmeisterschaft der Langdistanz-Triathleten, starten wird. Dazu ist eine Qualifikation notwendig, und die hat er in seiner Altersklasse – M65 (also Männer von 65-69 Jahren) geschafft. Dazu musste er im Vorfeld einen Ironman-Wettbewerb in seiner Altersklasse gewinnen, denn in dieser werden in der Regel nur wenige – im vorliegenden Fall des Ironman Klagenfurt nur einen – Startplätze vergeben. Natürlich ist das Starterfeld in einer der hohen Altersklassen nicht riesig, gewinnen muss man seine Altersklasse trotzdem – und das hat Jürgen Strott, und das in einer Zeit, die vielen jüngeren Sportlern durchaus zur Ehre gereicht. Hinzu kommt, dass der Mann erst mit 65 überhaupt mit Laufen und Triathlon angefangen hat…

Als mir die Pressedame der Frankfurter Eintracht, die nicht nur eine Profikickertruppe hat, sondern auch zahlreiche andere Abteilungen – darunter eben eine rund 400 Mitglieder starke Triathlon-Truppe – den Vorschlag machte, Jürgen vor seinem Start im sagenumwobenen Hawaii (dem Traumziel eines jeden ambitionierten Triathleten schlechthin) zu porträtieren, habe ich sofort einen Termin ausgemacht.

Weil ich ein paar Sequenzen von Schwimmen, Radfahren und Laufen zum „visuellen Füttern“ des Gesprächs aufnehmen wollte, haben wir uns vorm Schwimmbad getroffen und auf einem nahegelegenen Asphaltweg die Rad- und Laufszenen gefilmt. Das war natürlich improvisiert, hat aber gut funktioniert. Ich konnte so einen eigentlich – organisatorisch – aufwändigen Dreh in wenigen Stunden an einem einzigen Tag auf die Speicherkarte bekommen.

Eine Fehlentscheidung freilich war, ein neu erworbenes Hemdkragenmikro quasi „live“ testen zu wollen: Wir waren draußen, Wind pfiff, und von dem war dann und wann zu viel auf der Audiospur, so dass ich einige schöne Passagen schweren Herzens streichen musste. Da wäre ich mit dem bewährten Rode Videomic mit dickem Windschutz besser bedient gewesen. Das hätte obendrein auch meine Fragen ähnlich laut wie den Antwortenden aufgenommen, was natürlich bei dem Hemdkragenmikro nicht der Fall war.

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