Mrz 13 2010

Hand vs Stativ

Oliver

Bei Video-Aufnahmen von bewegten Szenerien stellt sich schnell die Frage nach Stativ versus aus-der-Hand-filmen. Bei den „Eintracht aktuell“-Videos für die Frankfurter Rundschau gehört es zum Konzept, Aufnahmen vom Training vor dem Wochenendspiel mit den Erläuterungen des Fachredakteurs zu kombinieren. Nach der Pressekonferenz und nach den Takes mit dem Sportredakteur marschiere ich also noch zum Trainingsplatz vor dem Waldstadion und verbringe dort ungefähr eine Stunde.

Ich versuche dann, ein paar prägnante Szenen auf die Speicherkarte zu kriegen – oder aber mich besonders dem ein oder anderen Spieler zu widmen. Dies natürlich besonders dann, wenn es eine entsprechende Absprache mit dem FR-Sportredakteur gibt oder aber wenn das sich während der Pressekonferenz spontan ergibt. Für das Video ist es jedenfalls immer hilfreich, wenn man ein kleines oder großes spezielles Thema hat als wenn man einfach nur ein paar Profikicker auf dem Platz filmt.

Als bei der Eintracht die neuen Spieler Ricardo Clark oder Halil Altintop vorgestellt wurden, war das natürlich klar, ähnliches gilt, wenn ein zuvor verletzter Spiel die ersten Trainingsversuche unternimmt (Maik Franz, Martin Fenin) oder aber ein wichtiger Spieler seinen Vertrag verlängert (Oka Nikolov). Zuletzt hatten wir das ewige Sorgenkind Caio im Fokus.

Am Spielfeldrand habe ich in den vergangenen Wochen alle Aufnahme-Varianten durchgespielt. Sprich: Mit einem leichten und einem schweren Stativ gearbeitet, mit einem Monopod, mit einem Schulterstativ und pur aus der Hand gefilmt (was heißt, ich habe die 5D MkII mit der Displaylupe ans Auge gepresst und mit beiden Händen festgehalten).

Generell: Das Hin und Her der Spieler auf dem Platz und die nur teilweise antizipierbaren Bewegungen des Balles legen schnell einen weiten Winkel nahe, um Schwindel erregende Schwenks zu vermeiden. Folge aber: Das Spielgeschehen läuft vom Standpunkt des Betrachters aus zwangsläufig in der Ferne ab. Geht man näher ran, dann wiederum rennen einem die Spieler schnell aus dem Fokus und/oder aus der Schärfentiefe.

Den Fokus permanent mit der Hand nachzujustieren, hat sich unter den gegebenen Umständen als wenig praktikabel erwiesen – es gibt viel Licht auf dem Trainingsplatz draußen, also steuere ich die ISO-Zahl so aus, dass ich eine geschlossene Blende mit großer Schärfentiefe erziele. Von Tyler Ginter habe ich die 180 Degree Shutter-Regel* gelernt, also filme ich mit 1/60 bei 30 fps (geht ja nicht anders derzeit bei der 5D MkII; alle Besitzer dieser Kamera warten sehnsüchtig aufs Firmware-Update mit anderen Frameraten).

Bei den Standstativen musste ich nun feststellen, dass die Handbedienung samt relativer Fixierung an einer Stelle dazu führen, dass ich dem Geschehen einfach nicht flexibel und schnell hinterher komme. Zuletzt habe ich also mein Schulterstativ eingepackt – und das meiner Meinung nach beste Ergebnis erzielt. Das Bild ist weitgehend frei von Wacklern und Rucklern, bei gleichzeitigem schnellen und flexiblem Verfolgen des Geschehens auf dem Trainingsplatz.

Aber seht und entscheidet selbst (mit Bitte um Geduld, bis die Spielszenen beginnen):

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Feb 10 2010

Viewfinder statt (Schulter-)Stativ

Oliver

Seit kurzem gehört ein LCDVF-Viewfinder zu meinem Equipment, und ich bin überrascht: Mit der Displaylupe an der Kamera und am Auge läßt sich die 5D MkII beinahe ruhiger halten als mit meinem Seagull-Schulterstativ. Und vor allem läßt sie sich besser mitziehen als auf dem Schulter- oder einem richtigen Stativ.

Der Beleg (sämtliche Aufnahmen vom Trainingsplatz mit Kamera + Viewfinder am Auge):

Übertriebene Schwenks werden von den meisten Video-Experten als „No go“ beschrieben, aber bei sportlichen Ereignissen gilt dies nicht.

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Jan 22 2010

Shit Happen-Z – Folge 1

Oliver

Die Serie Shit Happen-Z berichtet in loser Folge von den Pleiten, Pech und Pannen während der allwöchentlichen Multimedia-Produktion.

Beim „Eintracht aktuell“-Video vom 14.1.2010 („Den Bremern Paroli bieten“), hier in der Vimeo-Version…

…hat FR-Sportredakteur Frank Hellmann zielsicher zur passenden Kleidung gegriffen – eine weiße Jacke vor einem Hintergrund aus Schnee, Nebel, weiß-grau bedecktem Himmel macht sich natürlich besonders gut. Vielleicht wollte er auch bewusst täuschen. An Tarnflecken hat er sich freilich vergeblich versucht – dem geübten Auge meiner Frau blieb der Kaffeefleck nicht verborgen.

Das ist mir schon deswegen beim Dreh nicht weiter aufgefallen, weil beim Ausfahren des Stativs eine Feststellklemme brach, so dass das Dreibein auf einem lahmte – mit der Folge, dass die Kamera in Richtung des lahmen Beins langsam kippte und ich mit einer Hand das Stativ stabilisieren musste.