Mai 26 2010

Um Video geht’s doch gar nicht

Oliver

Zuletzt hat Cliff Etzel mit seinem Beitrag Video Cameras – a personal perspektive Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Darin begründet er seine Distanz zu den Hybrid-Spiegelreflexkameras wie der Canon 5D MkII u.a. so:

I’m calling it as I see it. DSLR video is a fad – at least in solo video journalism it is. Plain and simple. There are many who have become enamoured with the so called uber cool extreme shallow depth of field flavor of the moment, equating it to creative license and thus making it their top priority, and in the process, losing sight of the first rule of solo video journalism: It’s the story, not the gear.

Well, exactly. Eine ähnlich gelagerte Kritik (It’s the story) hat u.a. Colvin Mulvany (Video at newspaper needs to improve) geäußert. Freilich:

Es gibt in der Tat einige Beispiele, bei denen Hybrid-DSLR-Besitzer – mehr vom Fotografischen denn vom Filmen kommend – sich am Video versuchen und mehr oder weniger kläglich scheitern. Was ich einerseits nicht so schlimm finde, denn: Die Leute lernen.

Vielleicht sollte man auch durchaus den Mut bewundern, öffentlich zu lernen und seine Lern- und Experimentierphasen für jedermann zu dokumentieren. Frei nach Transparenz-Guru Jeff Jarvis: Es helfen einem kritische Kommentare sich weiterzuentwickeln. Mit Finding the Frame gibt es mittlerweile von Mulvany ja sogar eine eigene Site, die sich dem Zur-Schau-&-Kritik-stellen widmet.

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Apr 19 2010

Multimedia in der Sackgasse

Oliver

“Online Journalism as it could be” lautete der Untertitel des einleitenden Vortrags der Bombay Flying Club-Mitglieder Henrik Kastenskov und Poul Madsen beim Multimedia-Workshop in Hamburg neulich. Dieser stellte sich als programmatisch heraus – denn die außer MediaStorm und DuckRabbit wohl bekanntesten Multimedia-Bastler vom BFC bekannten wohl oder übel, dass auch sie nicht (alleine) von ihren anspruchsvollen Projekten leben können.

Für die täglichen Brötchen braucht es schon ein paar – ja, eben – “bread & butter”-Jobs und auch das Sponsoring durch den Kamerahersteller Canon. Der Bombay Flying Club – benannt nach einem Flieger-Club in Mumbai (Poul Madsen verbrachte 2005 dort einige Zeit als Praktikant des “Indian Express”) – will eine richtige Agentur werden. Derzeit ist er nichts weiter als ein Name, unter dem die drei Mitglieder zeitweise zusammen arbeiten. Und ein Netzwerk an freiberuflichen Journalisten und Programmierern nutzen. Dabei produzieren sie auch die Werke anderer Fotografen, d.h. entwickeln Storyline und -telling als Auftragsarbeit; außerdem verdienen sie Geld als Workshop-Referenten.

Dennoch glauben sie an die Zukunft des Multimedia-Journalismus. Weil so viel Jobs bei den US-Medien weggefallen sind. Weil das Geld vom Printsektor ins Internet abwandert. Weil Video mehr denn je und mehr als vieles andere im Internet angesehen wird.

Weil es keine Platz- und keine Speicherplatzprobleme gebe. Weil es immer schnellere Breitband-Internetverbindungen gibt. Weil TV und Internet endgültig verschmelzen würden. Weil es Tablet-PCs und papierzeitungsartige Displayfolien geben werde. Weil es Micropayment geben werden müsse.

(Ich lass’ das mal unkommentiert stehen.)

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Feb 7 2010

Multimedia-Packesel im Zeitraffer

Oliver

Der Backpack-Journalist beim Packen – starring: Kata 3N1-20 Slingshot Bag, Manfrotto-Stativ, H2 Zoom Audio-Recorder, MemoryKick, Sennheiser MKE-400 Richtmikro, Canon 5D MkII, diverse Sandisk-Compact Flash Karten, Canon Telezoom EF 70-210, Hacker Laptop-Schultertasche/Rucksack mit MacBook Air und Schulterstativ, Canon 350D mit Sigma Telezoom 70-300mm. (Mehr dazu in diesem Beitrag…)

Aufgenommen mit einem iPhone der ersten Generation ( mit iTimelapse). Beim Transfer auf den Arbeitsrechner kam allerdings nur Zahlensalat an. Leider gestaltete sich auch der direkte Upload zu Vimeo schwierig – ich musste eine auf 360 px Breite reduzierte, völig unbearbeitete Version direkt vom iPhone hochladen. Immerhin: Man kann ja erkennen, um was es geht. 😉


Jan 27 2010

Multimedia: Nicht richtig schwimmen, radfahren, laufen können

Oliver

Dan Chung, einer der Vorreiter des HDSLR-Newsjournalismus‘ – wenn man das so nennen will – mit seinem DSLR News Shooter-Blog, hat dem polnischen Journalisten Janek Zdzarski Gelegenheit gegeben, über seine Arbeit mit der Canon 7D fürs polnische Fernsehen zu berichten.

I’m the freelance correspondent of Polish TV station Polsat News and have been based in China for almost 4 years. The arrival of the Canon Eos 7D marked my evolution into a DSLR news videographer – I now shoot all my TV reports on the 7D.

Es folgt ein längerer Berucht, den ich in Auszügen zitieren will, weil sich das Beschriebene mit meinen Erfahrungen deckt. So berichtet Zdzarski:

Fellow media people at press events here still give me a strange look when I appear with my 7D to shoot TV. Luckily enough when I go out to shoot in the field with the 7D the Chinese people around me think I’m just another tourist with a photo camera.

Segen und Fluch: Tatsächlich fragen mich bei fast jedem Termin Kollegen nach den technischen Spezifikationen der 5D Mk II und nach Vorzügen wie Nachteilen. Außer denen ist aber fast kaum jemand in der Lage, die Videoqualitäten der Hybrid-Kamera wahrzunehmen. Folge: Es rennen einem mehr Leute ins Bild als das beim bloßen Fotografieren schon der Fall ist, vor allem dann, wenn man die Kamera auf dem Stativ montiert vor sich hinfilmen läßt. Gleiches gilt in fast schlimmerem Umfang für die Töne. Umherum wird fröhlich gequasselt, und auch das Richtmikrofon auf der Kamera schnappt davon noch genug auf. Manchmal ergibt das authentischen Umgebungssound, manchmal eine Katastrophe.

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