Kleine Hymne an den unbekannten Sportler

Oliver

Als Multimedia-Mann der Sport-Redaktion der Frankfurter Rundschau und als Hobby-Triathlet interessiere ich mich natürlich besonders für den Ironman vor unserer Haustüre. Dreimal habe selbst teilgenommen (derzeit fehlt mir dafür aber die Trainingszeit). Aber seit Anbeginn des Wettbewerbes in Frankfurt sind meine Frau und ich mit den Kameras dabei.

Mein Trainingskumpel Peter Damjancevic aus Düsseldorf ist diverse Male in Frankfurt gestartet, und natürlich hatte ich irgendwann die Idee, ihn einmal – quasi als Exempel für den typischen Altersklassenathleten – mit der 5D MkII bei seinem fünften Start zu begleiten. Der Gedanke lag nahe, weil er ohnehin ab Freitag bei uns übernachtet und während des sonntäglichen Rennens betreut wird.

Zur besonderen Atmosphäre und zum Kult eines Langdistanztriathlons zählen indes die Vorbereitungen und der Check-in des Rennrades am Samstag vor dem Rennen. Also habe ich mich darauf konzentriert. Die Passage, wo Hobby-Triathlet Peter die Profi-Triathletin und Lokalmatadorin Meike Krebs trifft, ist natürlich verunglückt – aber ich habe sie drin gelassen, damit Peter daheim ein wenig angeben kann. 😉

Da das Video nur in meinem Ironblog erschienen ist, musste ich da die professionelle Latte nicht so hoch legen. Eine läßliche Sünde, denke ich – da geht’s eben einfach auch mal um den Spaß.

Das Ironblog ist ein Privat-Projekt von mir, das gleichwohl unter FR-Fittichen lebt. D.h., dass ich einen Teil meiner offiziellen Arbeitszeit dafür verwende, aber ganz überwiegend bastele ich daran in meiner Freizeit.

Ursprünglich wollte ich Peter auch beim Wettbewerb aufnehmen, das allerdings ließ sich nicht machen, weil mein berufliches Interesse sich mehr an den Profis orientieren musste (auf diese Weise kam das Video Ironman Frankfurt 2010: 8 Minuten Fast & Furious zustande – siehe auch den Beitrag Großkampftag Ironman). Und wenn man u.a. auf dem Motorrad den Profi-Herren und -Damen hinterher jagt, bleibt halt kein Spielraum mehr, sich einem Altersklassensportler zu widmen, der im hinteren Drittel des Feldes fährt und läuft.

Was mir fehlt im Video, sind ein paar Gesprächspassagen, in denen Peter ein bißchen über seine Gefühle, seine Stimmung, seine Erwartungen Auskunft gibt. Das hätte definitiv dabei sein müssen. Daran mag man aber ermessen, dass so ein Ereignis, das einen beruflich wie privat ein ganzes Wochenende in Anspruch nimmt, seinen Tribut fordert. In dem Fall, dass ich immer wieder in dessen Verlauf daran gedacht habe „Ich muss noch ein Kurz-Interview mit Peter drehen“ – und es dann vergessen habe.

Alles in allem bin ich aber ganz zufrieden mit dem Stück. Nichts davon ist mit einem Schulterstativ gefilmt, nichts davon mit einem Dreibeinstativ, einiges davon mit einem Monopod und vieles aus der Hand.


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