Großkampftag Ironman

Oliver

Wenn in Frankfurt der Ironman ausgetragen wird, bedeutet das für mich seit Jahren einen Großkampftag. Da ich selbst Triathlon und ein Blog darüber betreibe und am Frankfurter Rennen selbst dreimal teilgenommen habe, bin ich am Veranstaltungs-Sonntag als Berichterstatter von 4 Uhr morgens bis Mitternacht unterwegs. Da vermischen sich natürlich berufliche Interessen (Interview Chris McCormack, Personengeschichte Frank Vytrisal, Personengeschichte Cameron Brown; allesamt auf der Basis der im Ironblog wiedergegebenen Video-Interviews – Brown, Vytrisal, McCormack – entstanden) mit den privaten; andererseits sind natürlich viele Kollegen in den Sport-Redaktionen Fan der Sportarten, über die sie berichten, und wissen dennoch eine professionelle Distanz zu wahren.

Und Blogs sind natürlich per se dazu in der Lage, die eingefahrenen Gleise journalistischer Darstellungsformen zu verlassen, und subjektiver und persönlicher an interessante Themen heranzugehen. Und man kann weiter ausholen, mehr bringen – besonders Nebenaspekte oder persönliche Vorlieben.

In diesem Jahr war ich allerdings das erste Mal mit der Hybrid-Spiegelreflexkamera unterwegs und habe mich vollständig auf Video konzentriert statt wie zuvor nur zu fotografieren. Daher habe ich auch zum ersten Mal auf das Angebot des Veranstalters zurückgegriffen, mich auf dem Rücksitz eines Motorrades rund um die Radstrecke transportieren zu lassen.

Im nachstehenden Video sieht man ein erstes Ergebnis – besonders interessant darin sind die Sequenzen, die im Fahren entstanden sind. Dabei hatte ich die 5D MkII auf einen Monopod geschraubt und diesen im Leisten-/Beckenbereich aufgesetzt. Das große Display erwies sich als vorteilhaft, weil mit der aufgesetzten Displaylupe im Fahren nicht zu arbeiten gewesen wäre. Überrascht bin ich selbst, wie ruhig die Kamera trotz allem geblieben ist – außer ein paar Rucklern, die Bodenwellen oder Lenkbewegungen geschuldet sind, bleibt das Bild sehr stabil. Es gab kaum verwackelte Sequenzen auszusortieren.

Im Ironblog-Beitrag erfährt man noch ein bißchen mehr dazu und sieht man mich mit Helm und Kamera… Der Helm alleine hätte es ja schon verunmöglicht, mit der Displaylupe zu arbeiten.

Einen Altersklassen-Athleten habe ich überdies bei der Vorbereitung tags zuvor filmisch dokumentiert. Das Ergebnis:

Übrigens haben einige fotografierende Kollegen Interesse an meinem Equiment und meiner Aufgabenstellung gezeigt. Aber die Gespräche in dieser Hinsicht haben mich einmal mehr überzeugt, dass die professionellen Fotografen derzeit kaum an dem Thema Hybrid-DSLR & Multimedia dran sind. Auch 5D MKII-Nutzer. Mag sein, dass das daran liegt, dass die Verlage kaum oder wenig für Multimedia-Arbeiten zu zahlen bereit sind. Aber ich hatte schon das Gefühl, dass diese Fotografen-Kollegen einfach die Dimension des Multimedialen und die Möglichkeiten der 5D MKII (oder anderer Hybride) nicht auf dem Schirm haben.

Freilich und zugegebenermaßen: Fotografen liefern ihre Fotos ab, danach kümmern sich die (Bild-)Redaktionen darum. Die Weiterverarbeitung ist eingespielt und standardisiert. Das kann man im Falle Video nicht behaupten. Es gibt kaum Video-Units, wo nach Abliefern des Materials ein Cutter dieses sofort bearbeitet. Deswegen kommt im meinem Falle das Material auch erst relativ spät auf den Markt. Denn ich muss es ja im stillen Kämmerlein später in Ruhe bearbeiten und schneiden und zusammenstellen.

Über das iPad werden dazu vielleicht belastbarere Strukturen eingezogen. Verlags-iPad-Apps sollen ja Geld einspielen – da wird man einen entsprechenden Workflow einrichten müssen, der nicht allein auf Eigeninitiative und Engagement Einzelner beruht. Entsprechende Planungen gibt es – und ich bin sehr gespannt, wie die umgesetzt werden.


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