Workflow beim FR-Video zum Kunstrasentest

Oliver

Vor dem Spiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen Russland um die WM-Qualifikation testete die Sportredaktion der Frankfurter Rundschau den Kunstrasen des Trainingsgeländes des FSV Mainz 05. Dieser gleicht dem Kunstrasen des Stadions in Moskau, in dem die WM-Qualifikanten aufeinandertreffen werden. Eine Idee des stellvertretenden Ressorrtchefs, Jan Christian Müller, die von allen Beteiligten begeistert aufgenommen wurde.

Mit von der Partie: ein FR-Fotograf und ich fürs Videofilmen. Letztlich eine gute Entscheidung: Ich war vom Filmen so beansprucht, dass ich fürs Fotografieren keine Muße mehr gefunden hätte. Jedenfalls nicht in den knapp zwei Stunden, die wir überhaupt Zeit hatten.

Besonders deutlich wurde mir der Unterschied zum bloßen Fotografieren darin, dass der Fotograf sich auf ein Motiv, eine Distanz und einen Bildausschnitt konzentrieren kann – das wird dann in einem kontrollierbaren Standbild eingefangen. Beim Video dagegen erwartet man das Einfangen der Bewegung, deren Fortsetzung und deren Entwicklung. Bei einem Fussballspiel aber, direkt vom Seitenaus, hinter und neben dem Tor oder mitten vom Spielfeld aus gefilmt, rennen die Akteure viel zu schnell aus dem Bild und verändert sich das Bild innerhalb von Sekundenbruchteilen…

Das erfordert die volle Konzentration aufs Filmen, erfordert Antizipation der Bewegung und das kluge Wählen der Kamearstandorte. Als bloßer Fotograf hat man’s da wirklich leichter. Und neben der Filmerei noch gute Fotos zu schießen, ist – ich sag‘ mal: nahezu unmöglich. Höchstens dann machbar, wenn man noch mal zwei Stunden Zeit hat.

Foto & Film ließen sich dann aber nicht mehr in wenigen Stunden bearbeiten, um gleichzeitig zum mittlerweile geschriebenen Artikel übers Geschehen in einer Online-Ausgabe zu erscheinen. Dass ein Multimedia-Journalist alles gleichzeitig erledigt – Artikel, Foto, Audio, Film – erscheint mir bestenfalls bei bewegungsarmen Themen machbar – also Interviews beispielsweise. Bei allem anderen kommt man um ein Multimedia-Team wohl kaum herum.

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