69-jähriger Triathlet im Video-Interview

Oliver

Jüngst habe ich ein Video-Interview mit einem 69-jährigen Triathleten geführt, der demnächst beim Ironman Hawaii, der inoffiziellen Weltmeisterschaft der Langdistanz-Triathleten, starten wird. Dazu ist eine Qualifikation notwendig, und die hat er in seiner Altersklasse – M65 (also Männer von 65-69 Jahren) geschafft. Dazu musste er im Vorfeld einen Ironman-Wettbewerb in seiner Altersklasse gewinnen, denn in dieser werden in der Regel nur wenige – im vorliegenden Fall des Ironman Klagenfurt nur einen – Startplätze vergeben. Natürlich ist das Starterfeld in einer der hohen Altersklassen nicht riesig, gewinnen muss man seine Altersklasse trotzdem – und das hat Jürgen Strott, und das in einer Zeit, die vielen jüngeren Sportlern durchaus zur Ehre gereicht. Hinzu kommt, dass der Mann erst mit 65 überhaupt mit Laufen und Triathlon angefangen hat…

Als mir die Pressedame der Frankfurter Eintracht, die nicht nur eine Profikickertruppe hat, sondern auch zahlreiche andere Abteilungen – darunter eben eine rund 400 Mitglieder starke Triathlon-Truppe – den Vorschlag machte, Jürgen vor seinem Start im sagenumwobenen Hawaii (dem Traumziel eines jeden ambitionierten Triathleten schlechthin) zu porträtieren, habe ich sofort einen Termin ausgemacht.

Weil ich ein paar Sequenzen von Schwimmen, Radfahren und Laufen zum „visuellen Füttern“ des Gesprächs aufnehmen wollte, haben wir uns vorm Schwimmbad getroffen und auf einem nahegelegenen Asphaltweg die Rad- und Laufszenen gefilmt. Das war natürlich improvisiert, hat aber gut funktioniert. Ich konnte so einen eigentlich – organisatorisch – aufwändigen Dreh in wenigen Stunden an einem einzigen Tag auf die Speicherkarte bekommen.

Eine Fehlentscheidung freilich war, ein neu erworbenes Hemdkragenmikro quasi „live“ testen zu wollen: Wir waren draußen, Wind pfiff, und von dem war dann und wann zu viel auf der Audiospur, so dass ich einige schöne Passagen schweren Herzens streichen musste. Da wäre ich mit dem bewährten Rode Videomic mit dickem Windschutz besser bedient gewesen. Das hätte obendrein auch meine Fragen ähnlich laut wie den Antwortenden aufgenommen, was natürlich bei dem Hemdkragenmikro nicht der Fall war.

Folge: Die Sport-Sequenzen konnte ich gut für die Überleitungen und Überblendungen nutzen, die entstanden, weil ich die Fragepassagen rausschneiden musste. Ansonsten nimmt das neue Lavalier-Mic (von Sony) fantastisch auf – meine Begeisterung dafür hat eben zum Einsatz an der falschen Stelle geführt. Mit dem Rode Richtmikrofon hätte ich allerdings wegen der Nebengeräusche – da auf dem Blitzschuh der 5DMk2 montiert – nahe an meinen Interviewpartner ran gemusst. Was wohl die Situation etwas verkrampft hätte.

Das Rode Videomic hätte man durchaus auch als Handmikro einsetzen könne, aber ich mag – banal, aber wahr – das Hin-und-her-Schwenken nicht und außerdem bin ich keiner von den Typen, die mit aufs Bild müssen. Ist nicht mein Ding, einen auf CNN zu machen, ist nicht mein Ding, einen auf Ersatz-TV-Journalist zu machen. Abgesehen davon: Beim vorliegenden Video sollte vor allem die Persönlichkeit des Interviewten für sich sprechen – und ich nicht so sehr mit ihm über ihn sprechen.


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