Jul 10 2010

Großkampftag Ironman

Oliver

Wenn in Frankfurt der Ironman ausgetragen wird, bedeutet das für mich seit Jahren einen Großkampftag. Da ich selbst Triathlon und ein Blog darüber betreibe und am Frankfurter Rennen selbst dreimal teilgenommen habe, bin ich am Veranstaltungs-Sonntag als Berichterstatter von 4 Uhr morgens bis Mitternacht unterwegs. Da vermischen sich natürlich berufliche Interessen (Interview Chris McCormack, Personengeschichte Frank Vytrisal, Personengeschichte Cameron Brown; allesamt auf der Basis der im Ironblog wiedergegebenen Video-Interviews – Brown, Vytrisal, McCormack – entstanden) mit den privaten; andererseits sind natürlich viele Kollegen in den Sport-Redaktionen Fan der Sportarten, über die sie berichten, und wissen dennoch eine professionelle Distanz zu wahren.

Und Blogs sind natürlich per se dazu in der Lage, die eingefahrenen Gleise journalistischer Darstellungsformen zu verlassen, und subjektiver und persönlicher an interessante Themen heranzugehen. Und man kann weiter ausholen, mehr bringen – besonders Nebenaspekte oder persönliche Vorlieben.

In diesem Jahr war ich allerdings das erste Mal mit der Hybrid-Spiegelreflexkamera unterwegs und habe mich vollständig auf Video konzentriert statt wie zuvor nur zu fotografieren. Daher habe ich auch zum ersten Mal auf das Angebot des Veranstalters zurückgegriffen, mich auf dem Rücksitz eines Motorrades rund um die Radstrecke transportieren zu lassen.

Im nachstehenden Video sieht man ein erstes Ergebnis – besonders interessant darin sind die Sequenzen, die im Fahren entstanden sind. Dabei hatte ich die 5D MkII auf einen Monopod geschraubt und diesen im Leisten-/Beckenbereich aufgesetzt. Das große Display erwies sich als vorteilhaft, weil mit der aufgesetzten Displaylupe im Fahren nicht zu arbeiten gewesen wäre. Überrascht bin ich selbst, wie ruhig die Kamera trotz allem geblieben ist – außer ein paar Rucklern, die Bodenwellen oder Lenkbewegungen geschuldet sind, bleibt das Bild sehr stabil. Es gab kaum verwackelte Sequenzen auszusortieren.

Im Ironblog-Beitrag erfährt man noch ein bißchen mehr dazu und sieht man mich mit Helm und Kamera… Der Helm alleine hätte es ja schon verunmöglicht, mit der Displaylupe zu arbeiten.

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Jun 21 2010

Shit Happen-Z – Folge 4

Oliver

Die Serie Shit Happen-Z berichtet in loser Folge von den Pleiten, Pech und Pannen während der allwöchentlichen Multimedia-Produktion.

Das ging daneben: Niemals eng gestreifte Hemden tragen! Meine Frau, ehedem in der Werbung tätig, hat’s gewusst. FR-Kollege Thomas Kilchenstein nicht. Und ich hab’s nicht gemerkt.

Und kann andererseits vor dem „Volltreffer!“-Dreh am Montag nicht wissen, welcher Redakteur morgens nach welchem Outfit greift. Folge: Das Hemd „flirrt“… siehe:

Weiße Hemden sind ja eigentlich auch verpönt. Aber da kann man wenigstens den Kontrast ein wenig hochdrehen. 😉


Mai 26 2010

Um Video geht’s doch gar nicht

Oliver

Zuletzt hat Cliff Etzel mit seinem Beitrag Video Cameras – a personal perspektive Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Darin begründet er seine Distanz zu den Hybrid-Spiegelreflexkameras wie der Canon 5D MkII u.a. so:

I’m calling it as I see it. DSLR video is a fad – at least in solo video journalism it is. Plain and simple. There are many who have become enamoured with the so called uber cool extreme shallow depth of field flavor of the moment, equating it to creative license and thus making it their top priority, and in the process, losing sight of the first rule of solo video journalism: It’s the story, not the gear.

Well, exactly. Eine ähnlich gelagerte Kritik (It’s the story) hat u.a. Colvin Mulvany (Video at newspaper needs to improve) geäußert. Freilich:

Es gibt in der Tat einige Beispiele, bei denen Hybrid-DSLR-Besitzer – mehr vom Fotografischen denn vom Filmen kommend – sich am Video versuchen und mehr oder weniger kläglich scheitern. Was ich einerseits nicht so schlimm finde, denn: Die Leute lernen.

Vielleicht sollte man auch durchaus den Mut bewundern, öffentlich zu lernen und seine Lern- und Experimentierphasen für jedermann zu dokumentieren. Frei nach Transparenz-Guru Jeff Jarvis: Es helfen einem kritische Kommentare sich weiterzuentwickeln. Mit Finding the Frame gibt es mittlerweile von Mulvany ja sogar eine eigene Site, die sich dem Zur-Schau-&-Kritik-stellen widmet.

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Apr 27 2010

Lessons to learn

Oliver

Storyboard

Ich beschäftige mich immer noch mit den Nachwirkungen des Workshops mit den Jungs vom Bombay Flying Club (siehe auch hier und hier…), woran man erkennen mag, dass sich diese Fort- und Weiterbildung wirklich gelohnt hat. Kann man ja nicht immer sagen, und fragt sich danach, ob die Veranstaltung das Geld wert war. Vor allem, wenn man so ein autodidaktischer Digitalheini ist wie ich, der alles ein bißchen und nichts richtig kann, und der dann teilweise gelangweilt und teilweise interessiert ist.

Als dieser Digitalfreak nutze ich normalerweise keinerlei Papier oder Stifte mehr. Als Notizblock reicht mir das iPhone – meistens die Notizzettel-App oder diejenige für Sprachaufnahmen. Aber das obige Flipchart, das die BFC-Leute verwandten, um die Storyline mit mir zu entwickeln – das habe ich mir daheim an die Arbeitszimmer-Wand getackert. Als Inspiration, Mahnung und Erinnerung, dass sich manche Dinge doch besser erst einmal mit Hilfe von Papier durchdenken lassen. 😉

Auf dem Flipchart ist fixiert, was ich im Beitrag Der Bombay Flying Club war da beschrieben habe – die Entwicklung der Szenefolge, der Wechsel der Personen, des dazugehörigen Audios, der Stand- und Bewegtbilder, des „Hooks“, der „Breadkrumbs“, der „Climax“ und des „Payoffs“.

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