Apr 12 2010

1 minute Videos mit dem iPhone

Oliver

Vor kurzem habe ich im Beitrag „Bewegte Standbilder bei Vimeo“ über die 1 minute group bei Vimeo geschrieben. Für diese gilt: Video must be exactly one minute long, no camera movement, no editing whatsoever, use original sound.

Konsequenter als mit einem iPhone läßt sich das wohl kaum herstellen. Denn beim iPhone gibt’s an der Videofunktion nicht viel zu drehen und zu deuteln – und die Forderung „use natural sound“ ist eine echte Herausforderung. Ohne Lo-Cut-Filter, ohne Windschutz, ist das iPhone-Mikrofon nahezu schutzlos den Umgebungsgeräuschen ausgeliefert – und umso mehr freut mich das nachstehende „1 minute“-Werk, das trotz gelegentlicher Windgeräusche das Plätschern des Wassers und das Zwitschern der Vögel erstaunlich gut wiedergibt.

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Apr 1 2010

Der Bombay Flying Club war da

Oliver

Kastenskov und Madsen

Storyboard. Audio.

Gefragt nach einem kurzen Resümée am Ende des Workshops der
Hamburger Akademie für Publizistik
mit dem Bombay Flying Club, sind das die beiden Worte. Die beiden Worte, die das Wichtigste umreißen.

Storyboard. Audio.

„Web Documentary“ hieß der Titel des Workshops mit den beiden Dänen Henrik Kastenskov und Poul Madsen, die in Europa als MediaStorm-Pendant gelten dürfen.

Wobei auch preisgekrönte, namhafte Protagonisten wie sie offensichtlich noch ein paar nüchterne Allerwelts-Aufträge als Fotografen erledigen müssen, um ihr Dasein zu fristen. Ob man mit aufwändigen Multimedia-Projekten in Zukunft als Freelancer wirklich Geld verdienen kann, scheint ebenso in ihrer Diktion eher eine Frage der Hoffnung denn der Gewissheit zu sein.

Denn Kastenskov und Madsen erwarten, dass die User irgendwann den ganzen billigen Schund & Schmutz im Web Leid sein und sich wieder für Qualitätscontent interessieren werden. Und dieser müsse dann angesichts ausgedünnter und in enge Ablaufroutinen eingespannter Redaktionen von Freischaffenden geliefert werden. Derzeit aber, nun ja, zahlten Redaktionen noch nicht ‚mal ’nen Appel und ’nen Ei für Multimedia-Produktionen mit tagelangem Produktionsaufwand, gaben die beiden aus ihrem Erfahrungsschatz preis. Geld verdienen könne man mit Multimedia nur bei anderen Auftraggebern – Stiftungen, NGO’s etc.

Poul Madsen hat dazu auch einiges dem Blog Innovative Interactivity in der Reihe Innovative Individuals erzählt (das Bild ist schrecklich, in Wirklichkeit sieht er viel netter aus und ist es auch), u.a.

The lesson learned here is that no one will watch your multimedia if you don’t present it in an interesting way. The amount of Soundslides and basic multimedia stories that are out there are growing by the minute and people – including myself – do not have the patience to watch these stories. Most of them are simply just too boring to watch.

Poul MadsenWer sich davon nicht abschrecken lassen will, für den lautet die Message: Storyboard. Audio.

Ich gebe zu: Theoretisch war mir das nicht völlig unbekannt. Aber wie so häufig: Praktisch unter Produktionsdruck kommt das noch mal anders rüber. Besonders bei einem Dreitage-Workshop – dem nach eigenen Angaben kürzesten Workshop der beiden bislang. Eine sportliche Aufgabe für alle acht Teilnehmer.

Die erste Hälfte des ersten Tages verging mit einem Vortrag vom Bombay Flying Club über den Bombay Flying Club und seine Geschichte. Über Multimedia grundsätzlich. Über Audio-Slideshows und Videos. Gelungene Beispiele. Technische Tipps & Tricks. Hardware, Software. Besonders – ah, erwähnte ich es? – zum Sound. Wofür Henrik Kastenskov der Spezialist und Guru ist: „Bad audio kills great photography!“
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Mrz 28 2010

Bewegte Standbilder bei Vimeo

Oliver

Im Beitrag Sea Cloud: Videominiaturen hatte ich über „erweiterte Fotos“ bzw. „bewegte Standbilder“ als Darstellungsform geschrieben und ein paar eigene Versuche vorgelegt, und anderem diesen einminütigen:

Mittlerweile gibt es bei Vimeo eine ganze Gruppe, die sich derartigen „Videostills“ widmet: die 1 minute group, deren Beiträge folgenden Kriterien genügen müssen:

-Video must be exactly one minute long
-No camera movement (no panning, tilting, etc)
-No editing whatsoever
-Use original sound
-Tag with ‚1 minute‘

676 Beiträge bislang. Mein obiger miteinbezogen. Es finden sich zahllose schlechte Bespiele (einfach die Kamera hingestellt, laufen lassen, nach einer Minute Schnitt) und ebenso viele beeindruckende, die dem Motto der Gruppe entsprechen:

With the chaos of everyday life consuming our senses, it is nice to sit back and enjoy moments and experiences that are often overlooked. This project aims to study the forgotten moments and times in life that we often pass by without acknowledging.


Mrz 13 2010

Hand vs Stativ

Oliver

Bei Video-Aufnahmen von bewegten Szenerien stellt sich schnell die Frage nach Stativ versus aus-der-Hand-filmen. Bei den „Eintracht aktuell“-Videos für die Frankfurter Rundschau gehört es zum Konzept, Aufnahmen vom Training vor dem Wochenendspiel mit den Erläuterungen des Fachredakteurs zu kombinieren. Nach der Pressekonferenz und nach den Takes mit dem Sportredakteur marschiere ich also noch zum Trainingsplatz vor dem Waldstadion und verbringe dort ungefähr eine Stunde.

Ich versuche dann, ein paar prägnante Szenen auf die Speicherkarte zu kriegen – oder aber mich besonders dem ein oder anderen Spieler zu widmen. Dies natürlich besonders dann, wenn es eine entsprechende Absprache mit dem FR-Sportredakteur gibt oder aber wenn das sich während der Pressekonferenz spontan ergibt. Für das Video ist es jedenfalls immer hilfreich, wenn man ein kleines oder großes spezielles Thema hat als wenn man einfach nur ein paar Profikicker auf dem Platz filmt.

Als bei der Eintracht die neuen Spieler Ricardo Clark oder Halil Altintop vorgestellt wurden, war das natürlich klar, ähnliches gilt, wenn ein zuvor verletzter Spiel die ersten Trainingsversuche unternimmt (Maik Franz, Martin Fenin) oder aber ein wichtiger Spieler seinen Vertrag verlängert (Oka Nikolov). Zuletzt hatten wir das ewige Sorgenkind Caio im Fokus.

Am Spielfeldrand habe ich in den vergangenen Wochen alle Aufnahme-Varianten durchgespielt. Sprich: Mit einem leichten und einem schweren Stativ gearbeitet, mit einem Monopod, mit einem Schulterstativ und pur aus der Hand gefilmt (was heißt, ich habe die 5D MkII mit der Displaylupe ans Auge gepresst und mit beiden Händen festgehalten).

Generell: Das Hin und Her der Spieler auf dem Platz und die nur teilweise antizipierbaren Bewegungen des Balles legen schnell einen weiten Winkel nahe, um Schwindel erregende Schwenks zu vermeiden. Folge aber: Das Spielgeschehen läuft vom Standpunkt des Betrachters aus zwangsläufig in der Ferne ab. Geht man näher ran, dann wiederum rennen einem die Spieler schnell aus dem Fokus und/oder aus der Schärfentiefe.

Den Fokus permanent mit der Hand nachzujustieren, hat sich unter den gegebenen Umständen als wenig praktikabel erwiesen – es gibt viel Licht auf dem Trainingsplatz draußen, also steuere ich die ISO-Zahl so aus, dass ich eine geschlossene Blende mit großer Schärfentiefe erziele. Von Tyler Ginter habe ich die 180 Degree Shutter-Regel* gelernt, also filme ich mit 1/60 bei 30 fps (geht ja nicht anders derzeit bei der 5D MkII; alle Besitzer dieser Kamera warten sehnsüchtig aufs Firmware-Update mit anderen Frameraten).

Bei den Standstativen musste ich nun feststellen, dass die Handbedienung samt relativer Fixierung an einer Stelle dazu führen, dass ich dem Geschehen einfach nicht flexibel und schnell hinterher komme. Zuletzt habe ich also mein Schulterstativ eingepackt – und das meiner Meinung nach beste Ergebnis erzielt. Das Bild ist weitgehend frei von Wacklern und Rucklern, bei gleichzeitigem schnellen und flexiblem Verfolgen des Geschehens auf dem Trainingsplatz.

Aber seht und entscheidet selbst (mit Bitte um Geduld, bis die Spielszenen beginnen):

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