Sep 30 2010

69-jähriger Triathlet im Video-Interview

Oliver

Jüngst habe ich ein Video-Interview mit einem 69-jährigen Triathleten geführt, der demnächst beim Ironman Hawaii, der inoffiziellen Weltmeisterschaft der Langdistanz-Triathleten, starten wird. Dazu ist eine Qualifikation notwendig, und die hat er in seiner Altersklasse – M65 (also Männer von 65-69 Jahren) geschafft. Dazu musste er im Vorfeld einen Ironman-Wettbewerb in seiner Altersklasse gewinnen, denn in dieser werden in der Regel nur wenige – im vorliegenden Fall des Ironman Klagenfurt nur einen – Startplätze vergeben. Natürlich ist das Starterfeld in einer der hohen Altersklassen nicht riesig, gewinnen muss man seine Altersklasse trotzdem – und das hat Jürgen Strott, und das in einer Zeit, die vielen jüngeren Sportlern durchaus zur Ehre gereicht. Hinzu kommt, dass der Mann erst mit 65 überhaupt mit Laufen und Triathlon angefangen hat…

Als mir die Pressedame der Frankfurter Eintracht, die nicht nur eine Profikickertruppe hat, sondern auch zahlreiche andere Abteilungen – darunter eben eine rund 400 Mitglieder starke Triathlon-Truppe – den Vorschlag machte, Jürgen vor seinem Start im sagenumwobenen Hawaii (dem Traumziel eines jeden ambitionierten Triathleten schlechthin) zu porträtieren, habe ich sofort einen Termin ausgemacht.

Weil ich ein paar Sequenzen von Schwimmen, Radfahren und Laufen zum „visuellen Füttern“ des Gesprächs aufnehmen wollte, haben wir uns vorm Schwimmbad getroffen und auf einem nahegelegenen Asphaltweg die Rad- und Laufszenen gefilmt. Das war natürlich improvisiert, hat aber gut funktioniert. Ich konnte so einen eigentlich – organisatorisch – aufwändigen Dreh in wenigen Stunden an einem einzigen Tag auf die Speicherkarte bekommen.

Eine Fehlentscheidung freilich war, ein neu erworbenes Hemdkragenmikro quasi „live“ testen zu wollen: Wir waren draußen, Wind pfiff, und von dem war dann und wann zu viel auf der Audiospur, so dass ich einige schöne Passagen schweren Herzens streichen musste. Da wäre ich mit dem bewährten Rode Videomic mit dickem Windschutz besser bedient gewesen. Das hätte obendrein auch meine Fragen ähnlich laut wie den Antwortenden aufgenommen, was natürlich bei dem Hemdkragenmikro nicht der Fall war.

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Sep 16 2010

Der Rasen im Fußball-Stadion

Oliver

Für den Frankfurter Eintracht-Fan ist die Commerzbank-Arena nach wie vor das Waldstadion, also ein Ort mit (Fußball-)Tradition, und deswegen habe ich die Videokolumne der Frankfurter Rundschau über Pressekonferenz und Training vor dem Bundesliga-Spiel am Wochenende auch „Waldstadion“ genannt. Vor der aktuellen Bundesliga-Saison hieß die noch „Eintracht aktuell“, aber das war offensichtlich zu farb- bzw. gesichtslos – man konnte sich an die Videos, aber nicht an deren Titel erinnern.

Vor dem Spiel gegen den SC Freiburg am Freitag gab es viel Gezeter um den vom Klitschko-vs-Peter-Kampf ramponierten Rasen. Die Eintracht ist ja auch nur Mieter der Commerzbank-Arena-formerly-known-as-Waldstadion und die Stadion-Betreibergesellschaft hat eben ihre eigenen Interessen. Die läßt es sich natürlich nicht entgehen, Madonna oder Klitschko gewinn- und imageträchtig unters Cabrio-Dach zu bekommen und läßt sich dabei vom Wunsch der Kicker wie deren Fans nach einem einwandfreien Rasen wenig beirren.
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Aug 26 2010

Shit Happen-Z – Folge 5

Oliver

Die Serie Shit Happen-Z berichtet in loser Folge von den Pleiten, Pech und Pannen während der allwöchentlichen Multimedia-Produktion.

Zum Grundlehrgang Video für Anfänger zählt der Hinweis, Menschen nicht so vor die Kamera zu positionieren, dass ihnen Wandhaken, Garderobenständer oder ähnliches aus den Köpfen wachsen. Ein schönes Beispiel dafür ist mir neulich gelungen, wie man im FR-„Waldstadion“-Video der vergangenen Woche bei Minute 3:25 bewundert kann:

Dererlei Fehler sind natürlich nicht der kompletten Blödheit des Videoproduzenten geschuldet: Wie man in den Sequenzen vor Minute 3:25 nachvollziehen kann, hatte ich zuerst eine helle Sonne im Hintergrund, die einen starken Schlagschatten auf dem Gesicht des Sportredakteurs hinterließ. Ich wollte also in jedem Fall noch die Perspektive wechseln, abgesehen davon noch einen weiteren Blickwinkel durchs Stadion ermöglichen. Ich fand es auch reizvoll, dass helle Hemd des Sprechers mit dem dunklen Schatten auf dem Rasen kontrastieren zu lassen…

Dass justament dann die Rasensprenger los- und hochgingen, kam für alle Beteiligten überraschend. Andere Position wählen, noch mal drehen? Beim Blick aufs Display der 5D MkII fiel mir das erst gar nicht auf, außerdem: Der Zeitplan für diese Videokolumne ist eng, die Anwesenheit der Medienvertreter im Stadion wird von der Eintracht-Presseabteilung nicht sooo gern gesehen, der kommentierende FR-Redakteur muss im Anschluss in die Redaktion eilen und seinen Artikel zum Seitenschluss für die – frühe – Deutschland-Ausgabe schreiben. Also drängelt der und hat wenig Lust auf Wiederholungen von schiefgegangenen Takes.

Für die Performance vor der Kamera aber ist wichtig, dass die betreffenden Redakteure – deren althergebrachter Tarifvertrag sie keineswegs zu dieser Leistung zwingt – gut gelaunt und bei der Sache sind. Folglich: Aus psychologischen Gründen nehme ich kleine Fehler hin, wenn dadurch Redefluss und lockeres Sprechen (dafür sind die Print-Redakteure ja nicht ausgebildet) gestört werden.

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Aug 8 2010

Kleine Hymne an den unbekannten Sportler

Oliver

Als Multimedia-Mann der Sport-Redaktion der Frankfurter Rundschau und als Hobby-Triathlet interessiere ich mich natürlich besonders für den Ironman vor unserer Haustüre. Dreimal habe selbst teilgenommen (derzeit fehlt mir dafür aber die Trainingszeit). Aber seit Anbeginn des Wettbewerbes in Frankfurt sind meine Frau und ich mit den Kameras dabei.

Mein Trainingskumpel Peter Damjancevic aus Düsseldorf ist diverse Male in Frankfurt gestartet, und natürlich hatte ich irgendwann die Idee, ihn einmal – quasi als Exempel für den typischen Altersklassenathleten – mit der 5D MkII bei seinem fünften Start zu begleiten. Der Gedanke lag nahe, weil er ohnehin ab Freitag bei uns übernachtet und während des sonntäglichen Rennens betreut wird.

Zur besonderen Atmosphäre und zum Kult eines Langdistanztriathlons zählen indes die Vorbereitungen und der Check-in des Rennrades am Samstag vor dem Rennen. Also habe ich mich darauf konzentriert. Die Passage, wo Hobby-Triathlet Peter die Profi-Triathletin und Lokalmatadorin Meike Krebs trifft, ist natürlich verunglückt – aber ich habe sie drin gelassen, damit Peter daheim ein wenig angeben kann. 😉

Da das Video nur in meinem Ironblog erschienen ist, musste ich da die professionelle Latte nicht so hoch legen. Eine läßliche Sünde, denke ich – da geht’s eben einfach auch mal um den Spaß.

Das Ironblog ist ein Privat-Projekt von mir, das gleichwohl unter FR-Fittichen lebt. D.h., dass ich einen Teil meiner offiziellen Arbeitszeit dafür verwende, aber ganz überwiegend bastele ich daran in meiner Freizeit. Continue reading