Mai 26 2010

Um Video geht’s doch gar nicht

Oliver

Zuletzt hat Cliff Etzel mit seinem Beitrag Video Cameras – a personal perspektive Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Darin begründet er seine Distanz zu den Hybrid-Spiegelreflexkameras wie der Canon 5D MkII u.a. so:

I’m calling it as I see it. DSLR video is a fad – at least in solo video journalism it is. Plain and simple. There are many who have become enamoured with the so called uber cool extreme shallow depth of field flavor of the moment, equating it to creative license and thus making it their top priority, and in the process, losing sight of the first rule of solo video journalism: It’s the story, not the gear.

Well, exactly. Eine ähnlich gelagerte Kritik (It’s the story) hat u.a. Colvin Mulvany (Video at newspaper needs to improve) geäußert. Freilich:

Es gibt in der Tat einige Beispiele, bei denen Hybrid-DSLR-Besitzer – mehr vom Fotografischen denn vom Filmen kommend – sich am Video versuchen und mehr oder weniger kläglich scheitern. Was ich einerseits nicht so schlimm finde, denn: Die Leute lernen.

Vielleicht sollte man auch durchaus den Mut bewundern, öffentlich zu lernen und seine Lern- und Experimentierphasen für jedermann zu dokumentieren. Frei nach Transparenz-Guru Jeff Jarvis: Es helfen einem kritische Kommentare sich weiterzuentwickeln. Mit Finding the Frame gibt es mittlerweile von Mulvany ja sogar eine eigene Site, die sich dem Zur-Schau-&-Kritik-stellen widmet.

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Apr 12 2010

1 minute Videos mit dem iPhone

Oliver

Vor kurzem habe ich im Beitrag “Bewegte Standbilder bei Vimeo” über die 1 minute group bei Vimeo geschrieben. Für diese gilt: Video must be exactly one minute long, no camera movement, no editing whatsoever, use original sound.

Konsequenter als mit einem iPhone läßt sich das wohl kaum herstellen. Denn beim iPhone gibt’s an der Videofunktion nicht viel zu drehen und zu deuteln – und die Forderung “use natural sound” ist eine echte Herausforderung. Ohne Lo-Cut-Filter, ohne Windschutz, ist das iPhone-Mikrofon nahezu schutzlos den Umgebungsgeräuschen ausgeliefert – und umso mehr freut mich das nachstehende “1 minute”-Werk, das trotz gelegentlicher Windgeräusche das Plätschern des Wassers und das Zwitschern der Vögel erstaunlich gut wiedergibt.

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Mrz 28 2010

Bewegte Standbilder bei Vimeo

Oliver

Im Beitrag Sea Cloud: Videominiaturen hatte ich über “erweiterte Fotos” bzw. “bewegte Standbilder” als Darstellungsform geschrieben und ein paar eigene Versuche vorgelegt, und anderem diesen einminütigen:

Mittlerweile gibt es bei Vimeo eine ganze Gruppe, die sich derartigen “Videostills” widmet: die 1 minute group, deren Beiträge folgenden Kriterien genügen müssen:

-Video must be exactly one minute long
-No camera movement (no panning, tilting, etc)
-No editing whatsoever
-Use original sound
-Tag with ’1 minute’

676 Beiträge bislang. Mein obiger miteinbezogen. Es finden sich zahllose schlechte Bespiele (einfach die Kamera hingestellt, laufen lassen, nach einer Minute Schnitt) und ebenso viele beeindruckende, die dem Motto der Gruppe entsprechen:

With the chaos of everyday life consuming our senses, it is nice to sit back and enjoy moments and experiences that are often overlooked. This project aims to study the forgotten moments and times in life that we often pass by without acknowledging.


Feb 22 2010

Get good audio

Oliver

Die multimediale eierlegende Wollmilchsau hat auf allen Ebenen zu kämpfen – vor allem aber auf der des guten Klangs. Wenn es auf die FR online-Videoprojekte (Volltreffer! und Eintracht aktuell“) Negativreaktionen gab, dann besonders wegen der Soundprobleme, die bei “Eintracht aktuell” draußen vor dem Stadion bzw am Trainingsplatz auftauchen: Wind und schwer zu vermeidende Nebengeräusche – wie etwa die der Flieger vom Frankfurter Flughafen oder die Reinigungs- und Vorbereitungsarbeiten am Stadion.

Diese Situation habe ich tatsächlich nicht ausreichend antizipiert, weil es in den ersten Überlegungen zu den Videoserien vor allem darum ging, die Pressekonferenz widerzugeben, und Statements von FR- und/oder Eintracht-Leuten in einem Nebenraum aufzunehmen. Für die hätte das Sennheiser MKE-400 Richtmikro auf der Canon 5D MkII durchaus gereicht, AGC-Problematik hin oder her.

So halte ich die Soundqualität beim inhouse aufgenommenen “Volltreffer!” für ok. Da das Gespräch der Sportredakteure in einem normalen Konferenzraum aufgenommen wird, gibt es einen gewissen Hall – so what. Wir könnten die Kollegen von Radio BOB, die im Sachsenhäuser Depot logieren, ansprechen, ob sie uns einen isolierten Raum zur Verfügung stellen. Aber unabdingbarer Teil des “Volltreffer!”-Konzeptes ist es nunmal, mit dem modernen Newsroom der FR als Kulisse zu arbeiten…

Bei den Folgen vom 11. Februar und 4. Februar von “Eintracht aktuell” indes gab es wegen der Sonntagsspiele keine übliche Pressekonferenz, sondern nur das Training ab 10 Uhr auf dem Platz vor dem Stadion bzw der Wintersporthalle. Bei winterlichen Minusgraden pfeift da der Wind auf dem Gelände und um das Stadion: schwer, da eine ruhige Ecke zu finden. Zumal man mit einem verschwitzten Spieler im Schlepptau, der sich zu einem Kurzinterview bereiterklärt hat, schlecht lange draußen rumrennen kann. Dem ist aus Angst vor einer Erkältung schon der Weg zum Fanshop zuviel. Zum Eintracht-Museum erst recht.

Was die Equipment-Frage betrifft, so muss ich wiederholen, dass der Multimedia-Packesel Oliver B. nicht mehr mit sich rumschleppen will, als sich einigermaßen handlich, schnell und flexibel mit sich tragen läßt. Das ist in jedem Fall Teil des Jobs. Ich habe den Link vergessen, aber als neulich bei der New York Times ein Video-Journalist von seiner Ausrüstung berichtete, habe ich mich wirklich gefragt, ob der einen Bollerwagen mit all dem Zeug hinter sich herzieht. Das kann’s für mich nicht sein. Da muss den FR online-Usern klar sein oder werden, dass wir nicht mit einem Ü-Wagen in der Gegend rumfahren.

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