Sea Cloud: Videominiaturen

Oliver

“Videominiaturen” nehme ich mal als Arbeitsbegriff für eine Darstellungsform, bei der ein quasi bewegtes Foto entsteht, ein Bild, auf dem Bewegung wahrzunehmen ist oder das Bewegung beinhaltet – bei dem die Kamera selbst aber kaum Bewegungen vollführt, also statisch filmt. Man könnte das Erzeugnis auch ein erweitertes Foto nennen, weil die Anmutung die eines Standbildes ist, das aber über einen kurzen Zeitraum – 30-60 Sekunden könnte ein gutes Zeitintervall sein – ein bewegtes Geschehen ablichtet. Fabian Mohr hat in seinem Blog iso800 eine Reihe von Beispielen parat.

Ich habe mich an dieser Darstellungsform im Rahmen meiner Sea Cloud-Reise versucht, und das Ergebnis seht ihr hier:

Die nachstehende Version verläßt einerseits die strenge Auslegung des “bewegten Bildes” und integriert mehrere Perspektivenwechsel, außerdem ist die Tonspur nicht mehr rein atmosphärisch angelegt, sondern enthält eine typische Durchsage der Reiseleitung:

Eine dritte Version geht noch einen Schritt weiter und gerät damit eher zum “Minifilm ohne Action” (wie eine Kritikerin formuliert) – ich denke auch, dass damit der Ansatz des “bewegten Bildes” gesprengt wird. Anders gesagt: Diese dritte Version hat für mich ihren eigenen Reiz, aber sie kann sich nicht entscheiden, ob sie “bewegtes Bild” oder kleiner Film sein will – und damit geht der Charme, der in einem konsequenten Umsetzen des “bewegten Bildes” liegt verloren:

Meinungen dazu?


3 Responses to “Sea Cloud: Videominiaturen”

  • Anonymous Says:

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  • Oliver Says:

    Danke für die Stellungnahme. Den Ratschlag, “den Frame noch ruhiger halten” nehme ich gerne an – an Bord der “Sea Cloud” war ich freilich ohne Stativ bzw. Schulterstativ, musste also alles aus der Hand filmen.

    Ich werde mal bei Gelegenheit das vorhandene Material mit einem Programm bearbeiten, dass die (körper-)eigenen Schwankungen und Verwacklungen herausrechnet – mal sehen, ob dann nur noch die Schwankungen übrig bleiben, die das Schiff auf See eben zwangsläufig mit sich bringt.

  • erz Says:

    Superspannende Ansätze zur semiotischen Abgrenzung finden sich hier. Spontan fällt mir auf, wie der “focus of attention” ein Spannungsfeld erzeugt zwischen der menschlichen Eigenschaft, “Gestalt” zu sehen, also den feststehenden frame als Referenzrahmen über die sich wandelnden Details des Bildes hinaus wirken zu lassen, und der Eigenschaft, stets die Aufmerksamkeit auf Bewegung zu legen.

    Wenn du also den Frame noch ruhiger hältst, eine echte statische Folie erschaffst, in der Bewegungen den Aufmerksamkeitsfokus stets neu ausrichten, dann könntest du tatsächlich eine neue “Erzähltechnik” auf rein visueller Basis schaffen, die anders auf den Betrachter wirkt, als echte Fotos oder Videos. Deren Wirkung dann noch gezielt mit anderen Reizen (audio) zu beeinflussen, da tun sich wahrlich spannende Möglichkeiten auf. Ich bin beeindruckt!

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