Der Rasen im Fußball-Stadion

Oliver

Für den Frankfurter Eintracht-Fan ist die Commerzbank-Arena nach wie vor das Waldstadion, also ein Ort mit (Fußball-)Tradition, und deswegen habe ich die Videokolumne der Frankfurter Rundschau über Pressekonferenz und Training vor dem Bundesliga-Spiel am Wochenende auch “Waldstadion” genannt. Vor der aktuellen Bundesliga-Saison hieß die noch “Eintracht aktuell”, aber das war offensichtlich zu farb- bzw. gesichtslos – man konnte sich an die Videos, aber nicht an deren Titel erinnern.

Vor dem Spiel gegen den SC Freiburg am Freitag gab es viel Gezeter um den vom Klitschko-vs-Peter-Kampf ramponierten Rasen. Die Eintracht ist ja auch nur Mieter der Commerzbank-Arena-formerly-known-as-Waldstadion und die Stadion-Betreibergesellschaft hat eben ihre eigenen Interessen. Die läßt es sich natürlich nicht entgehen, Madonna oder Klitschko gewinn- und imageträchtig unters Cabrio-Dach zu bekommen und läßt sich dabei vom Wunsch der Kicker wie deren Fans nach einem einwandfreien Rasen wenig beirren.

Wir haben das Thema natürlich sofort aufgegriffen und in den Mittelpunkt der aktuellen “Waldstadion”-Folge gestellt. Sie mag auch ein schönes Beispiel dafür sein, wie das Zusammenspiel zwischen Eintracht-Fachredakteur und Multimedia-Redakteur gut funktionieren kann: Denn die Idee, den Rasen zum Thema zu machen und direkt auf bzw am Rasen zu filmen, kam vom Fachredakteur Durstewitz, die visuelle Umsetzung und die diversen Ideen zu Perspektiven und Blickwinkeln des Themas von mir.

Da hilft es sehr, wenn beide Parteien inhaltlich ein wenig überlappen. Will sagen: Wenn der Fachredakteur sich auf die ihm als ursprünglichen Print-Autoren fremde Ebene Video einläßt und mitzudenken versucht, und wenn der Multimedia-Redakteur ein bißchen was vom Thema Fußball im Allgemeinen und der Eintracht im Besonderen versteht.

Übrigens: Die Betreibergesellschaft meldete zu dieser Folge nicht nur direkt vor Ort durch den “Runter vom Rasen!”-Ruf quer durchs Stadion, sondern auch in Form einer Mail tags darauf. Der Prokurist, nicht unfreundlich, aber dennoch bestimmt, verlangte, dass wir unsere – ein großes Wort – Drehtermine vorher ankündigen. Seither sind wir gehalten, uns telefonisch zu melden, wenn wir den heiligen Rasen – oder wenigstens dessen Rand bzw die Pressetribüne – außerhalb der Öffnungszeiten betreten wollen.


Leave a Reply