Coyote Mentoring: Feuer & Vögel

Feuer

Flammen züngeln – geschafft!


Feuer machen nach archaischer Art ist nicht wirklich einfach. Das erlebten wir beim zweiten Modul der Wildnispädagogik am vergangenen Wochenende bei den Versuchen, mit einem Feuerbohrset dem Zunderhäufchen ein Flämmlein zu entlocken…

Wie berichtet, nutzen wir Amphibiums-Reisenden unsere Verweilzeit im stationären Zuhause zu einer Ausbildung als „Coyote Mentor“ der Wildnispädaggik (dazu mehr im Beitrag Coyote Mentoring: Ein Kreis schließt sich). Nachdem Modul 1 vor allem eine grundlegende Einführung in die Thematik beinhaltete, stand Modul 2 im Zeichen von Feuer und Vogel.

Feuer machen. Und Vogelsprache zu deuten lernen. Bei letzterem geht es natürlich nicht darum, nach Art des Dr. Dolittle mit den Tieren zu sprechen, sondern die Lautmuster der Vogel zu erkennen und zu interpretieren. Denn die haben viel mit dem zu tun, was in der Umgebung des Vogels passiert; wer kommt, wer geht.

Vogelstimmen lassen das Geschehen im Jetzt erklingen und können ermöglichen, zu „sehen“, was in anderen Teilen des Waldes (oder der jeweiligen Umgebung) vor sich geht. Das wird dann in einem späteren Schritt zum Fährten lesen führen, bei dem man einen Blick in die Vergangenheit wirft…

Alle Wildtiere verstehen Vögel

Vögel lösen Alarme aus, wenn etwas in ihrer Umgebung von einer harmonischen Grundstimmung abweicht – ein Mensch, ein Boden- oder ein Lufträuber etwa: Vögel haben viele Feinde. Wie der Mensch üblicherweise durch den Wald stapft, löst er Störungswellen aus – wir lernen, wie man diese Störungen so klein wie möglich hält.

Mehr noch: Alle Wildtiere verstehen die Vogelsprache – und reagieren mit einem entsprechenden Deckungs- oder Fluchtverhalten. Uns interessieren folglich die Alarme am meisten. Nach einem frühmorgendlichen Vogelansitz trugen wir unsere akustischen und visuellen Sammlungen in eine Karte des Gebietes um die Jugendherberge am Hoherodskopf ein… siehe nachstehend:

Gezeichnete Karte

Handkarte der Beobachtungen beim Vogel-Ansitz

 

Auch aus dem (Auf-)Flugverhalten der Vögel kann man herauslesen, was in der Umgebung passiert – es gibt verschiedene Muster, die entsprechende Deutungen nach sich ziehen: „Wächter“, „Pflug“, „Haken“, „Popcorn“ oder „Schirm“. Mehr verrate ich an dieser Stelle nicht – wer mehr wissen will, kann nach Abschluss der Ausbildung bei uns einen Kurs buchen. Oder sich an die Wurzeltrapp Wildnisschule wenden – die hat Wochenendkurse im Angebot. 😉

Viel Zeit haben wir mit Feuer und dem Feuerbohren verbracht. Vom korrekten Anlegen einer Feuerstelle, über Holzarten, Zunder sammeln, Zundernest bauen und dem Arrangieren als „Tipi“ oder „Kamin“ hin zum „Was tun, wenn es regnet“?

Aus einem Stück Baumarktholz formten wir in wenigen Stunden mit unseren Arbeitsmessern ein Feuerbohrset – bestehend aus Bogen, Spindel, Handstück und Bohrbrett. Danach gings es ans Bohren – ein anstrengender, mühseliger Prozess, der viel Übung braucht, um relativ schnell zum Erfolg zu kommen.

Ich geb’s zu: Bei mir entstand in den ersten Versuchen zwar Qualm aufgrund der Reibungshitze, aber kein ausreichender Glutpunkt – ich habe mit dem Feuerstahl nachgeholfen.

Ein Teil der Natur (wieder) werden

Dabei geht es beim Feuerbohren weniger um Survival Skills, als vielmehr um das Eintauchen in den archaischen Ritus, die Nähe zur Magie des Feuers, das Begreifen von Natur in ihrem inneren Kern.

Um tiefe Naturverbindungen zu schaffen, bedarf es solcher praktischer Übungen, nicht dem Studieren von Büchern und Powerpoint-Präsentationen. Und um tiefe, intuitive Naturverbindungen geht es beim Coyote Mentoring, zu dem auch acht Eigenschaften entlang der Himmelsrichtungen gehören. Wie die lauten? Dazu vielleicht später mehr…

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